«Miis Huus brännt und daas vum Stüssi au!» rief Tschudi in der letzten Szene. Frau Blattner: «De ganzi Welt brännt. Äs isch alles verlorä…»
Auf der Bühne spielten sich dramatische Szenen ab. Aber in der vollbesetzten Aula war es ganz still. So mancher Zuschauerin und manchem Zuschauer wurde bewusst, was in dieser Föhnnacht vom 10. auf den 11. Mai 1861 geschah. Glarus brannte. 47% der Bevölkerung verlor alles. Wie und warum das verehrende Feuer ausbrach, wurde nie richtig geklärt. Es gibt viele Spekulationen und Vermutungen. Doch diese Frage war nicht Thema des Abends. Vielmehr beschäftigte sich der Verfasser der «Brandnacht Glarus» Mathias Jenny damit, wie die Stunden vor dem Brand wohl ausgesehen haben.
Im «Schützenhaus» war einiges los
Laut Zeitungsausschnitten von damals wurde auf der «Schützenhaus»-Bühne der Schwank «Der schwarze Peter» gezeigt, anschliessend die Komödie «Ich möchte gern ein Mann sein» und zum Abschluss noch der dritte Akt von Schillers «Don Carlos». Herrlich! Alles an einem Abend. An diesem speziellen Abend. An anderen Orten in Glarus wurde getrunken, gefeiert, gejasst. Nichts, aber auch gar nichts deutete auf die noch bevorstehende Katastrophe hin. Oder weiss Hans der Maurer etwas? Er sorgt sich um seine Arbeit. Was machen wir, wenn alle Häuser und Villen gebaut sind, meint er zu Peter. Dann habe wir nichts mehr zu tun. Man sollte alles abreissen, oder noch besser abbrennen, philosophiert er.
Dieses, nicht so einfache Thema auf die Bühne zu bringen, war sicher eine Herausforderung. Für den Verfasser, die Regisseure und nicht zuletzt für die Schülerinnen und Schüler, mit dem Freifach Theater, der Kanti Glarus. Umrahmt wurde das Stück mit Musik der Kanti Band, die immer wieder für Auflockerung sorgte. In 18 verschiedenen Szenen wird erzählt, wie es hätte sein können oder vielleicht auch war. «Brandnacht Glarus» ist ein fiktives Theaterstück aber auf Grundlagen von vielen Fakten. Das macht das ganze interessant und abwechslungsreich.
«Miis Huus brännt!» rief Tschudi und die Kanti Band spielte «Ring of Fire» von Johnny Cash.
Das war der Schlussakkord. Nach einem ganz kurzen Moment der Stille wurden alle Beteiligten mit grossem Applaus und Standing Ovations verabschiedet. Es war eine beeindruckende Leistung aller Beteiligten. Die Kunst, ein schweres Thema mit viel Witz und Sarkasmus auf die Bühne zu bringen.

















