Die Welt ist ein Konfetti

Am Umzug in Näfels zogen dieses Jahr 29 Gruppen mit wahrscheinlich weit über 500 Teilnehmenden vorbei – laut, lustig, übergriffig und verrückt. So verrückt, dass selbst Petrus nach den sonntagmorgendlichen Schneefällen die Sonne hervorliess.



Die Welt ist ein Konfetti

Es gibt eine Reihe von mehr oder weniger originellen Arten, Zuschauer in Konfetti zu baden. Vom Laubbläser und der Kanone auf dem Dach eines Umzugswagens über den «handbetriebenen Feuerlöscher» bis zur Badewanne. Konfetti werfen ist ein Zeichen der Zuneigung – wer seine Angebetete oder seinen Schatz am Zugweg sieht, wird ihn oder sie mit einer Handvoll Papierschnipseln segnen oder einreiben. Einige beschaffen sich das Wurfmaterial im Laden, andere nehmen Abfälle einer Stanzanlage und wieder andere – speziell die Kinder – sammeln die Konfetti auf und verwerten sie nochmals (das ist etwas gefährlich und ziemlich unhygienisch). Doch um Hygiene geht es ja nicht – da wird geraucht, gesoffen, High Five gegeben, geknutscht, getrötet und getanzt. Man steht sich auf die Füsse, umarmt sich wild, schüttelt den Leib und manchen fliegen die Konfetti sogar in den Gehörgang.

Und jetzt alle zusammen ...

Während bei den Maskenbällen Kinder und Erwachsene oft getrennt feiern (bei den Erwachsenen wird Hochprozentiger getrunken und hemmungsloser geschwoft), sind beim grossen Umzug in Näfels und auch bei dem vom nächsten Wochenende in Glarus Kind und Kegel, Mann und Weib so gemischt wie die Konfetti und genau das macht den Spass. Dass die Absichten der Fasnächtler auseinandergehen, zeigt sich beim Zuschauen. Von der Einzelmaske, welche die Geschwindigkeitsbegrenzungen der Polizei am Kerenzerberg aufs Korn nimmt, über den «Klimawagen», der Schneemann Odin mit einem Fonds retten und damit Abstimmungspropaganda machen will, bis hin zur chilbiartigen Gaudi mit Schweineblasen oder den Atem raubenden Karussellen, es gibt kaum etwas, was es nicht gibt. Für die portugiesische Volkstanzgruppe ist Fasnacht nicht dasselbe wie für die Inklusionsgruppe, für die Familienclique ist sie etwas anderes als für die traditionelle Gugge. Auch die Jugendfeuerwehr und die Jungtambouren gehen mit – schliesslich ist das Faszinosum Fasnacht auch für sie eine wichtige Kommunikationsmöglichkeit.

Weils so schön war ...

… gleich nochmal: Näfels geht schon in der Aschermittwochsasche, das OK Fasnacht GLaris steckt noch in den Vorbereitungen, denn das «G»Wunderland erobert den Kantonshauptort. Gestartet wird wie am Samstag mit dem Einzug der Wagengruppen um 17.15 Uhr auf der Hauptstrasse. Getöse und Besichtigung. unter der Präsentation und Moderation von Angelo Ferrari. Um 18.00 Uhr geht es weiter mit dem Sternmarsch. Neben sechs einheimischen Guggen nehmen drei auswärtige Formationen teil. Dann ist Monsterkonzert, dirigiert vom Überraschungsgast und die Guggen sorgen mit Ständchen auf den Aussenbühnen für musikalische Unterhaltung. Am Sonntag ist Fasnachts-Gottesdienst in der Stadtkirche und um 11.00 Uhr Frühschoppenkonzert auf dem Rathausplatz. Der Umzug hat mit 34 Gruppen noch fünf mehr als der von Näfels beginnt um 13.31 Uhr und endet mit dem Stelldichein aller Guggen auf der Rathausplatzbühne. Marktstände, Foodmeile, Bar der Harmoniemusik sowie Gaudizelt. Möchten Sie das OK aktiv unterstützen? Helfende Hände sind willkommen. Informationen www.fasnachtglarus.ch l FJ