Diskussion um Leistungslohn

Gemäss Auftrag des Landrates muss eine neue Lohnverordnung geschaffen werden, welche für alle öffentlichen Lohnbezüger gelte. Die vorgesehenen Leistungslöhne stehen darin stark in der Kritik des Lehrerpersonals.



Von linkls: Marie_Hélène Stäger
Von linkls: Marie_Hélène Stäger

An einer Podiumsdiskussion im Gemeindezentrum Schwanden wurde am Samstag dieser Leistungslohn einerseits begründet, anderseits aber stark kritisiert und in Frage gestellt. Geleitet wurde das Podium von Walter Lüssi, der mit seinen gezielten Fragen an die verschiedenen Podiumsteilnehmer für einen interessanten Anlass sorgte.

Ende des automatischen Stufenanstieges

Er sei von den Vorteilen des vorliegenden Modells überzeugt, könne aber auch die Befürchtungen der Lehrerschaft zum Teil verstehen. In seinen Ausführungen zur neuen Lohnverordnung wies Regierungsrat Rolf Widmer darauf hin, dass vom Landrat ein klarer Auftrag vorliege, eine neue Lohnverordnung zu erarbeiten. Diese müsse für alle öffentlichen Lohnbezüger gelten und damit verbunden müsse der automatische Stufenanstieg abgeschafft werden.

Schule ist kein Produkt

„Für mich ist die Schule kein Produkt sondern ein Prozess“ betonte Kantonsschullehrer und Landrat Christoph Zürrer. „Das Leistungslohnsystem verhindert die Qualität der Ausbildung, weil der Unterricht kein abgeschlossenes Ergebnis darstellt. Der Unterricht ist komplex, gewisse Ergebnisse machen sich unter Umständen erst in zehn Jahren bemerkbar“ so Zürrer weiter in seinen Ausführungen. Wie Marie-Hélène Stäger, Präsidentin des Glarner Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (LGL) ausführte sei man nicht gegen eine Beurteilung der Lehrkräfte, sondern gegen eine Lohnbildung in Verbindung mit einer Bewertung. Dagegen hält Peter Müller vom Kernteam Lohnverordnung, indem er auf seine guten Erfahrungen mit Leistungslöhnen hinwies. Er selber habe unter anderem bei Lehrpersonen Leistungslöhne eingeführt. Er verstehe dies als ein Dankeschön an gute Mitarbeiter und generelle Motivation. Nach seinen Erfahrungen belaste ein schlechter Lehrer aufgrund flankierender Massnahmen den Haushalt wesentlich stärker als ein guter Lehrer. „Ich will aber die guten Lehrer belohnen“ so Müller am Schluss seiner Ausführungen.

Noch viele Frage offen

Christoph Bächtiger, Präsident der Personalkommission des Verbandes Glarner Staats- und Gemeindepersonals, bemängelte vor allem der Beurteilungsbogen, der auch an die Lehrerschaft versandt wurde. Der Bogen sei nach seiner Meinung zu klein, man brauche aber Zeit, um die Mitarbeiter richtig und fair zu beurteilen. Nach Regierungsrat Rolf Widmer wird versucht, einen besseren Beurteilungsbogen zu erarbeiten. Zu diesem Bogen erklärte Regierungsrat Jakob Kamm, dass dieser mit den Lehrerpersonen nichts zu tun habe. Die Kriterien für eine Lehrerbeurteilung seinen bis heute noch nicht erarbeite, denn es seien noch viele Fragen offen. Noch ist zum Beispiel nicht klar ob der Kanton oder die Gemeinden ab 2011 den Rahmen bilden. „Für mich ist es wichtig, dass es eine einheitliche Lösung geben wird. Mit einer Umsetzung der Beurteilungen ist aber frühestens 2014 zu rechnen.“ In diesem Zusammenhang erwähnte Kamm, dass er vor seiner Wahl als Regierungsrat Jahr für Jahr in einem Jahresgespräch von seinen Vorgesetzten beurteilt wurde. Es sei ihm klar, dass ein solches Gespräch nicht ohne Vorbereitung und innerhalb von fünf Minuten abgehandelt werden kann. Er sei aber überzeugt, dass dadurch die Leistung, auch die des Lehrerpersonals, am ehrlichsten beurteilt werden kann, was sich auch auf den Lohn auswirkt.

Die anschliessende, angeregte Diskussion zeigt, dass die Frage des Leistungslohnes, insbesondere für die Lehrkräfte, noch viel zu Reden geben wird. Es bleibt zu hoffen, dass auch in Zukunft die Diskussionen in einem ruhigen und fairen Rahmen stattfinden. So wie dies am vergangenen Samstag in Schwanden der Fall war.