Dorfladen Ennenda – ein Abschied, der schmerzt

Bald einmal geht eine Ära zu Ende, die – nach jahrzehntelanger Dauer – Dank und Anerkennung verdient. Die Rede ist vom Dorfladen an der Villastrasse, den Heidi Bruder und Heinz Siegrist mit riesiger Kompetenz, grossem persönlichem Engagement und nachhaltiger Sorgfalt geführt haben. In den Dank einzuschliessen sind auch die in Teilzeit tätigen Beatrice Oettl, Susanne Strimer und Rosmarie Waldvogel. Alle haben sie sich mit grosser Sachkenntnis, Nachhaltigkeit und herzlicher, offenen Art für das reibungslose Funktionieren des «Lädeli-Alltags» eingesetzt. Und was es alles zu erledigen gab, konnte die grosse, zufriedene Kundschaft, vorwiegend aus Ennenda und Glarus, nur ansatzweise erahnen.




Wenn man einkaufen ging, mit noch leeren Taschen, dem ordentlich gefüllten Portemonnaie und dem «Poschtnizettel», hatten die im Laden Beschäftigten bereits die um fünf Uhr morgens angelieferte Ware an den richtigen Platz am richtigen Ort platziert und sorgsam kontrolliert, ob auch nichts fehle. Dieses Geschäft, das im Besitze von Dino Gnos ist, war so etwas wie eine Wundertüte. Was da auf eigentlich kleinster Fläche Platz hatte, war schon bemerkenswert. Es fehlte an nichts, Frischwaren, Milchprodukte, Obst und Gemüse, Leckereien, Getränke, Heftli, Hygieneartikel – alles lag gut sichtbar zum Kauf bereit. Und fand man mal etwas nicht, wurde sofort und bereitwillig geholfen. Und fehlte etwas Gewünschtes, wurde auch nachbestellt. Und irgendwann einmal war alles eingekauft und an der Kasse bezahlt. Man ging nicht immer sofort nach Hause, für eine muntere Plauderei war begrüssenswert oft ein klein wenig Zeit vorhanden. Und wem der Weg zu weit und zu beschwerlich war, wurde auch mit Hauslieferungen verwöhnt.

Wie Heidi Bruder und Heinz Siegrist nach Ennenda gelangt sind, sich zur Führung des kleinen Geschäfts entschieden und den Weg in die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung gefunden und sich über 37 Jahre hinweg bemerkenswert erfolgreich und beharrlich eingesetzt haben, ist durchaus von Interesse. Ursprünglich war Heinz Siegrist ab 1959 als gelernter Bäcker und Konditor im zürcherischen Rüti tätig, als damals 25-Jähriger bereits über sieben Jahre hinweg mit der selbstständigen Führung des Betriebs beauftragt. Das sei eine immense Herausforderung gewesen, merkt er im Gespräch an. Er liess sich dann als Filialleiter ausbilden und war in dieser Funktion in glarnerischen Geschäften der Coop im Einsatz, später bei der Waro. In dieser Zeit lernte er Heidi Bruder kennen. Es sei enorm fordernd, nicht immer gleichermassen befriedigend gewesen.

Und als anno 1981 Alfred Gnos die Führung des Ladens an der Villastrasse aus Altersgründen aufgab, entschlossen sie sich zu dessen Übernahme und Weiterführung. Heidi Bruder als ausgebildete Verkäuferin vorgängig bei der Coop – Linth angestellt, und mit Forderndem, Vielseitigem bestens vertraut, half umfassend mit. Wieder begannen anstrengende Geschäftstage. Man war Partner von VOLG, bezog den Hauptteil der Artikel von diesem Grossisten. Nun war man eigener «Herr und Meister». Das gefiel ihnen. Das Sortiment wurde umsichtig ausgeweitet. Bereitwillig nahm man die Wünsche und Anregungen der ständig wachsenden Kundschaft auf. Von dieser Seite ist ein nachhaltiger, grosser Dank gewiss spürbar – und verdient.

Und nun wird sich Ende September eine markante Zäsur ergeben. Für Heidi Bruder und Heinz Siegrist beginnt der längst verdiente Ruhestand, ohne frühes Aufstehen, permanentes Planen und lange Präsenz im Laden, dafür mit der Möglichkeit, die Freizeit endlich mal umfassend zu geniessen. Sie werden in unserem Dorfe wohnhaft bleiben und ab Beginn des Novembers wohl auch beim Nachfolger einkaufen gehen. Das ist nämlich bestens geregelt.

Den langjährig Verantwortlichen und liebenswürdig Tätigen ist ganz, ganz herzlich zu danken, für eine riesige Vielfalt an abwechslungsreichen Einkaufserlebnissen aller Art und für die weitere Zukunft alles Gute anzuwünschen.