Doris Ackermann: Mehr als 1600 Gottesdiensten beigewohnt und 160 Adventskranzkerzen angezündet …

Nach 40 Dienstjahren ist Doris Ackermann als Sigristin in Obstalden zurückgetreten und an der Familienweihnachtsfeier mit Besen, Blumen und Schaufeln herzlich verabschiedet worden.



Eine Ära geht zu Ende: Drei Generationen Ackermann haben das Sigristenamt an der ref. Kirche in Obstalden geprägt. Doris Ackermann, die 40 Jahre lang zuverlässig und treu ihre Arbeit angepackt hat, hätte sich ihre Pensionierung gerne anders gewünscht. Zwei Hirnschläge warfen sie kurz vor der Ziellinie aus der Bahn.

Dennoch sass sie an der Familienweihnachtsfeier in Obstalden strahlend auf der Bühne. Trotz dem Schicksalsschlag freute sie sich wie ein Kind: An ihrer Seite der treue Lebenspartner Othmar Furger, der sie seit dem Tod ihres Ehemannes begleitet, sie umgebend eine Engel-Schar Kinder mit Besen, Schaufeln, «Chartschüüfeli», vor sich strahlende Kerzenlaternen, hinter dem Podest ein wunderschöner Tannenbaum – nicht irgendeiner, nein, er ist ein Geschenk aus Doris‘ Garten.

Mit strahlenden Gesichtern und bedeutungsvollen Gesten sangen die Kinder der Religionsklassen von Susanne Kamm und Walter Schaub von Sternen, vom Kind, das grösser ist als ein König, vom FreudezArtikeleigen und ehrten mit einem Kanon «Gott in der Höhe». Wünsche für alle Welt schrieb die weihnachtliche Gemeinde auf ausgeteilte Papiersterne und schickte die Botschaften «zum Himmel hoch in weite Ferne».

Dankbarkeit und Bewunderung war aus den Gratulationsworten des Kirchenkreis-Präsidenten Urs Spälti, dem Kirchgemeinde-Präsidenten Walter Schaub und Pfarrer Ulrich Knoepfel zu hören. Wer 21 Jahre lang keine Ferien macht, der muss sein Amt lieben. Und das tat Doris, auch wenn sie mal einen Sturz vom hohen Fenstersims beim Putzen und einen äusserst schmerzhaften Schlag vom herabstürzenden Christbaumständer verdauen musste.

Mit leuchtenden Augen durfte die Jubilarin die von den Kindern hingestreckten Besen- und Schaufelstiele von den Geschenken befreien und schliesslich stolz eine Urkunde für ihre Treue entgegennehmen.

Dass Doris sich vom gesundheitlichen Rückschlag langsam, aber stetig erholen darf, das wünschten ihr alle von Herzen – ein langanhaltendes Klatschen war das aufmunternde Zeichen dafür. Und wer weiss, vielleicht war die von der Jubilarin gewünschte «Schanfigger Buurehochzyt», interpretiert vom Organisten Fredi Grossmann, der Anfang zu einem neuen, beschwingten Leben?!