Doris Leuthard – offen, verständlich, volksnah

Selten genug besuchen Mitglieder des Bundesrat das Glarnerland, ausser sie sind Gast an der jeweiligen Landsgemeinde. In der Regel braucht es ein Jubiläum oder eine Veranstaltung von grosser Bedeutung. Eine lobenswerte Ausnahme bildet dabei der Besuch von Bundesrätin Doris Leuthard. Sie stellte sich auf Einladung der Jungen CVP den Fragen von Jugendlichen aber auch gestandenen Politikern. Ort dieser doch einmaligen Veranstaltung war der City Chäller in Glarus.



Bundesrätin Doris Leuthard: zu Besuch im City Chäller in Glarus (Bis: jhuber)
Bundesrätin Doris Leuthard: zu Besuch im City Chäller in Glarus (Bis: jhuber)

Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) war Gast der offiziellen Jubiläumsveranstaltung 100 Jahre Electrolux Schwanden AG und sprach im Rahmen dieser Feier vor einer grossen Anzahl Politiker, Kunden und Lieferanten der Electrolux. Unmittelbar nach Ende der Feierlichkeiten liess die prominente Politikerin sich nach Glarus chauffieren um sich als Gast der Jungen CVP Glarus-Riedern der interessierten Fragen zu stellen.

Positive Worte zu den Landsgemeindebeschlüsse

Der City Chäller in Glarus war gut besucht, ein gesunder Mix zwischen Alt und Jung, denn alle waren gespannt auf den doch etwas überraschenden Auftritt von Bundesrätin Doris Leuthard. Ohne jegliche Berührungsängste und bekannt offen sprach sie über die Vorreiterrolle des Kantons Glarus bezüglich der Gemeindestrukturreform, besonders aber über die kürzliche Abstimmung an der Landsgemeinde zum Stimmrechtsalter 16. Dies sei wohl ein fortschrittlicher Erfolg, aber gleichzeitig auch eine grosse Verantwortung, denn in der nächsten Zeit steht der Kantons Glarus im Blickpunkt der schweizerischen Öffentlichkeit. Überall stehen auch Kritiker und Skeptiker dieser Abstimmung bereit und warten nur darauf, dass das Interesse der Jugendlichen auch durch die Herabsetzung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre nicht gesteigert werden kann. Es liegt also in erster Linie in den Händen eben dieser Jugendlichen diesen Skeptikern mit aktiver Teilnahme an den Abstimmungen und an den politischen Geschehnissen zu begegnen. Sie selbst habe in ihrer Jugend ebenfalls um die Einführung des Stimmrechtsalters 16 gekämpft, damals aber noch ohne Erfolg.

Offene Diskussion

Im Anschluss an ihr kurzes Referat stellte sich Bundesrätin Doris Leuthard den Fragen der Anwesenden, wobei die ersten Fragen eher zögerlich gestellt wurden. Nach den kompetenten und äusserst spontanen aber in jeder Beziehung offenen Antworten tauten die Anwesenden auf. Fragen zur Erziehungspolitik, dem Steuerwettbewerb oder dem Verhältnis unter den übrigen Bundesratsmitgliedern wurden von ihr für alle verständlich und mit Humor beantwortet. Jede der Fragen wurden von ihr ernst genommen und ausführlich beantwortet. Die Stimmung an diesem Abend konnte mit einfachen Worten als „familiär“ bezeichnet werden. Auch nach Abschluss des offiziellen Teils gab sich die Bundesrätin äusserst volksnah. Am Rande ist noch zu erwähnen, dass sie zu Gunsten einer Einladung der Jungen CVP auf ein feines Festessen bei der Electrolux in Schwanden verzichtet hat. Als sei es das natürlichste der Welt, hat Doris Leuthard sich mit verschiedenen Gäste an einen Tisch im City Chäller gesetzt und mit sichtlichem Appetit ein Sandwich zu sich genommen.

Für den neugewählten Landratspräsident Walter Lacher war der Besuch von Bundesrätin Doris Leuthard ein verspätetes Geschenk zu seiner Wahl als oberster Glarner. Wie allerdings an der Feier am Vorabend zu hören war, wird auch der Landammann als oberster Glarner bezeichnet. Ein Machtkampf diesbezüglich ist aber sicher nicht zu befürchten.

Einen Dank und ein Kompliment gilt sicher den Verantwortlichen der Jungen CVP Thomas Huber und Stefan Gurtner, denn es war sicher eine Glanzleistung eine Politikerin dieses „Kalibers“ in den City Chäller in Glarus zu bringen.