Drei Glarner Gruppen kämpfen um Edelmetall

Am kommenden Samstag werden im Albisgüetli in Zürich die neuen Titelträger in der Schweizerischen Gruppenmeisterschaft Gewehr 300 m gesucht. Dabei kommt es nicht selten zu grösseren Überraschungen. Die Hoffnungen der Glarner Schützen liegen in diesem Jahr gleich bei drei Gruppen, nämlich Ennenda SG und Linthal FSG im Feld D sowie Niederurnen StandS im Feld E. Es wäre ihnen zu gönnen, wenn sie ihre Hauptrundenleistungen abrufen könnten und so bei der Vergabe der Medaillen ein Wörtchen mitreden könnten.




Feld A: Näfels MSV «nur» als Zuschauer dabei

Auch wenn sich heuer wiederum keine Glarner Gruppe für die Finalteilnahme qualifizieren konnte, ganz ohne Glarner Schützen geht es im Feld A trotzdem nicht. Näfels MSV schied in der 3. Hauptrunde mit 962 Punkten bekanntlich aus, darf sich damit am Absenden als «Prix-Huguenin-Gewinner» auszeichnen lassen. Dieser Preis geht jeweils an diejenige Gruppe, die in über alle drei Hauptrunden gesehen mit dem höchsten Ergebnis ausgeschieden ist. Sicherlich ein gewisser Trost, aber auch eine würdige Anerkennung.

Ansonsten ist im Feld A «fast» alles beim Alten, denn auf der Startliste sind die renommierten und bekannten Gruppen fast vollständig vertreten. So sind aus dem Vorjahr erneut acht Gruppen wieder dabei, u.a. Titelverteidiger Höri SV 1, Silbermedaillengewinner Gonten ISV 1, Ried-Brig-Glis SSZ 1 als 4., Oberwinterthur StandS 1 als 5. sowie Ried-Brig-Glis SSZ 2 als 7. Dazu kommen die ehemaligen Schweizermeister Aarau SG und Tafers FSG. Die meisten dieser Gruppen sind logischerweise auch bei der Bestenliste über die drei Hauptrunden zu finden. Hier liegt Ried-Brig-Glis SSZ 1 mit einem Rundendurchschnitt von 978,33 Punkten vor Vorjahresgewinner Höri SV 1 mit 976,33, Gonten ISV 1 mit 973,33, Aarau SG 1 mit 972,67 und Tafers FSG 1 mit 972,00 Ringen. Somit ist hier ab Beginn klar, dass in jeder Runde Favoriten straucheln müssen. Man darf sich ganz sicher auf einen spannenden und erstklassigen Wettkampf freuen.

Feld D: Sind Ennenda SG und Linthal FSG für das Podest bereit?

24 Gruppen, darunter wie im Vorjahr Ennenda SG und Linthal FSG gleich zwei Teams aus dem Zigerschlitz, kämpfen im Feld D um die begehrten Auszeichnungen. Glarnermeister Ennenda verpasste vor einem Jahr das Podest um nur gerade drei Punkte und hofft mit ihrer Finalerfahrung diesmal zu reüsieren. Für Linthal FSG spricht vor allem das 3. Hauptrundenergebnis von 707 Punkten. Damit erzielte man schweizweit das zweithöchste Gruppentotal. Geschlagen wurde man vom grossen Hauptrundendominator aus dem Kanton Graubünden Tomils SV 1. Die Bündner, im Vorjahr Gewinner der Silbermedaille, schossen einen unglaublichen Hauptrundendurchschnitt von 716,00 Zähler, in der 2. Hauptrunde gar sagenhafte 727 Ringe! Damit sind sie aufgrund dieser Statistik haushoher Favorit. Sechs weitere Gruppen, nämlich Eggersriet-Grub SV 1 (3. im Vorjahr) 707,33, Heimisbach SG 1 704,33, Lauffohr SG 3 702,33, Bregaglia 2 701,67, Oberrieden SV 700,33 und Montricher Sté de tir 700,00 (14. im Vorjahr) knackten die 700-Punkte-Marke. Linthal FSG, mit den Hauptrundenschützen Ständerat Werner Hösli, Peter Ciresa, Rolf Stutz, Peter Arnold und Hans Dürst weist hier einen Wert von 698,67 und Ennenda SG mit Martin Hürlimann, Severino Bianchi, Ruedi Feldmann, Ernst Hürlimann und Beat Hegg einen von 693,00 Punkten auf. Wenn man um die Medaillen mitkämpfen möchte, so müssen sich die beiden Glarner Gruppen am Finaltag klar steigern. Mit ihrem Können und dem notwendigen Wettkampfglück liegen für beide positive Rangierungen drin. Neun Vorjahresteilnehmer haben die Qualifikation auch heuer wieder geschafft, davon zwei der drei Medaillengewinner. Was in diesem Feld auffällt, in den letzten 15 Jahren gab es nur eine Gruppe, Rüeschegg-Graben FS, die zweimal Schweizermeister wurde, ansonsten sind hier immer verschiedene Gruppen Titelträger geworden. Ein Glarner fehlt, also wäre es doch an der Zeit. Man darf gespannt sein sowohl auf den Auftritt des Top-Favoriten Tomils und natürlich der beiden Glarner Vertreter.

Feld E: Niederurnen StandS in der Favoritenrolle?

Auch im Feld E, das es erst seit dem letzten Jahr gibt, sind 24 Gruppen am Finaltag startberechtigt. Mit Niederurnen StandS verfügt der Kanton Glarus hier ein ganz heisses Eisen in der Schusslinie. Zum Ersten bringen diese Gruppenschützen sehr grosse Finalerfahrung (auch in andern Feldern) mit und zum Zweiten zeigten sie in den diesjährigen Hauptrunden ausgezeichneten Schiesssport. Mit Hauptrundenergebnissen von 697, 699 und 703 Punkten schoben sie sich gleich selbst in die Favoritenrolle. Die fünf Schützen Hans-Ruedi Weber, René Zwicky, Martin Sigrist, Heinz und Jakob Steinmann bilden ein äusserst ausgeglichenes Team und liegen in den erwähnten drei Hauptrunden mit ihren Einzelergebnissen allesamt innerhalb von drei Punkten. Mit einem Durchschnitt von 699,79 Punkten liegen sie vor Wartau SV 1 mit 699,33, Grossdietwil SV 1 mit 693,67, Grindelwald EigerS 1 mit 693,33 und Perlen SG 1 mit 691,67 Ringen an der Spitze dieser Auswertung. Man bekommt dafür noch nichts, doch eine so erfahrene Truppe wie diese, sollte es motivieren und in ihrer Arbeit bestätigen. Wie sagt man so schön, nach der Pflicht folgt die Kür. Titelverteidiger St. Stephan FSG 1 und Niederurnen StandS als 4. im Vorjahr sind aus dieser Sichtweise die Top-Titelanwärter. Man kann Statistiken erheben und erstellen, daraus Schlüsse ziehen und vielfach kommt alles anders. Was immer bleibt ist, dass spannende, ja teilweise gar dramatische Wettkämpfe zu verfolgen sind. Das wird sicher auch in diesem Feld wieder der Fall sein.

Auszeichnungen an Ausgeschiedene

Die «Prix-Huguenin-Gewinner» 2018 heissen im Feld A wie schon erwähnt Näfels MSV mit 962, im Feld D Höri SV mit 698 Punkten jeweils in der 3. HRunde sowie Tartegnin Sté de tir 1 im Feld E mit 689 Ringen in der 2. HRunde ausgeschieden. Das Kranzabzeichen wird im Feld A an 59 Gruppen, darunter Niederurnen StandS (956 Pkt.), Luchsingen FSG (954 Pkt.) und Linthal-Auen SV 1 (951 Pkt.) für Resultate zwischen 950 und 961 Punkten, im Feld D an 88 Teams (keine Glarner) mit Ergebnissen zwischen 680 und 698 Ringen sowie im Feld E an 92 Gruppen, darunter Matt-Engi SV (677 Pkt.) mit Totals zwischen 672 und 688 Zählern abgegeben.

Der GM-Verantwortliche Silvio Freitag hofft und würde sich freuen, wenn möglichst viele Schiessbegeisterte die drei Glarner Gruppen in Zürich vor Ort unterstützen würden und sie mit ihrem Besuch zu Höchstleistungen animieren und anspornen werden. Auf jeden Fall wünschen wir den Schützen aus dem Glarnerland heute schon «guät Schuss» und «viel Erfolg».