Das Berufsbild und die Aufträge für eine Lehrerperson haben sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt und widerspiegelt somit auch den Wandel in der modernen Gesellschaft. Vermehrte und teilweise geforderte Heterogenität in der Klasse, Blockzeiten, individuellere Förderung und Beurteilung der Schüler, Frühenglisch oder HarmoS. Themen und Aufgaben, die die Arbeit der Lehrperson deutlich komplexer gestalten. Dies wiederspiegelt sich auch im Kantonalen Lehrerverband (LGL), welcher diese zusätzlichen Aufgaben zum Teil übernehmen oder sich mit diesen Themen beschäftigen muss.
Mehr Effizienz durch drei
Aus diesen Gründen vollzieht der LGL einen Wandel der Strukturen. Mit deutlicher Mehrheit hat die kantonale Lehrerkonferenz am letzten Mittwoch in Niederurnen der vorgeschlagenen Strukturreform zugestimmt. Diese Reform beinhaltet sowohl die Schaffung eines Dreier-Präsidiums und einer Berufspolitischen Kommission. Diese Kommission bestehend aus der Geschäftsleitung und acht weiteren Personen wird sich in Zukunft drei bis vier Mal jährlich treffen und sich mit mittelfristigen und langfristigen Problemen beschäftigen. Die klaren Aufträge erhält die Kommission dabei entweder von der Geschäftsleitung oder dem Kantonalvorstand. Dadurch wird letzterer auch teilweise entlastet. Die Mitglieder der neuen Kommission werden in der nächsten Zeit gesucht.
Die zweite Neuerung betrifft das Präsidium. Seit zwei Jahren waltet Marie-Hélène Stäger als Präsidentin des LGL. In Zukunft wird sie durch zwei Personen ergänzt. Der erste Co-Präsident, Thomas Würz, wurde an der Konferenz gewählt. Der dritte Posten ist zurzeit noch vakant. Es sollte sich beim Bewerber um eine Primarlehrperson handelt, wünschenswert aus der neuen Gemeinde Glarus Süd, damit alle drei neuen Gemeinden im Präsidium vertreten sind.
Die Vorteile des neuen Präsidiums schilderte Ruedi Hofmänner, seines Zeichens einer der Präsidenten des Kantonalen Lehrerverbandes von St. Gallen. In St. Gallen besteht ein Dreier-Präsidium bereits seit 14 Jahren, entstanden aus der Notsituation, dass man keine einzelne Person für den Posten finden konnte. Er sieht den Vorteil darin“, dass man vor allem in Verhandlungen zu dritt deutlich mächtiger Auftreten kann. Ausserdem kann man die zahlreichen repräsentativen Aufgaben besser übernehmen.“ Ausserdem arbeite man nicht mehr nur im „stillen Kämmerlein“ , sondern tausche Meinungen und Ideen aus, es entstehen produktive Diskussionen und man kann im Team lösungsorientiert arbeiten. Das beinhaltet natürlich auch eine ganz neue Arbeitsweise. „ Die Personen müssen eine starke Einheit bilden und untereinander eine gute Beziehung pflegen.“
Kollektive Rechtsversicherung
Im vorangegangenen Traktandum verabschiedete die Vollversammlung eine neue kollektive Rechtsversicherung. Diese Versicherung durch die Protekta beinhaltet sowohl Privatrecht als auch Verkehrsrecht und tritt sofort bei einem Problem in Kraft, sofern sich das ganze im Tätigkeitsbereich als Lehrperson abspielt. Für Probleme in der Freizeit oder zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit, können die Mitglieder eine verbilligte zusätzliche Privatversicherung abschliessen. Durch diese neue Versicherung wird auch der LGL von juristischen Arbeiten entlastet.
Abgerundet wurde die Konferenz mit den zahlreichen Ehrungen von Lehrpersonen und einem komödiantischen Leckerbissen des Kabarettisten Flurin Caviezel. Passender Weise selber ehemaliger Lehrer.




