Was vor einem Jahr noch wie ein Traum klang, wurde vergangene Woche Realität: Die Gymnastikgruppe des DTV Niederurnen durfte am Festival del Sole in Riccione (Italien) die Schweiz vertreten und ihr Bühnenprogramm vor internationalem Publikum präsentieren. Möglich wurde dies durch die überragende Leistung am Eidgenössischen Turnfest 2025 in Lausanne. Entsprechend gross war die Vorfreude, als sich am frühen Sonntagmorgen 30 junge und junggebliebene Turnerinnen auf den Weg Richtung Adria machten.
Die Zugfahrt verging wie im Flug. Kaum hatten sich alle eingenistet, wurde gelacht, geplaudert und die ersten Freizeitpläne geschmiedet. Die Freude war riesig, als wir nach der Ankunft in Riccione das Meer und die grosse Bühne erblickten. Nach dem Bezug der Zimmer führte der erste Weg selbstverständlich direkt ins Wasser. Am Abend wartete bereits das erste grosse Highlight: die feierliche Eröffnung des Festivals. Als Schweizer Delegation marschierte der DTV Niederurnen gemeinsam mit Spitzenteams aus aller Welt in die Arena ein. Neben Weltklasseformationen aus Japan, Brasilien und 14 weiteren Nationen fühlte man sich zwar kurz wie «kleine Stars», machte aber allen bewusst, was sie bereits erreicht hatten. Ein Gänsehaut-Moment.
Bereits am Montagmorgen früh stand das erste Training auf dem Programm. Die Trainingsanlagen wurden für gut befunden, letzte Feinheiten am Programm besprochen und bei der Stellprobe in der Arena konnten die Turnerinnen erstmals Bühnenluft schnuppern. Nach einem kurzen Abstecher ans Meer begann am Abend die Vorbereitung auf den ersten Auftritt. Schminken, frisieren und jede Menge Glitter. Das Motto lautete: «Es gibt nicht zu viel Glitter.» Nach dem gemeinsamen Einwärmen war es so weit. Der erste Auftritt verlief im Grossen und Ganzen zufriedenstellend. Die Anspannung des Tages fiel ab und die Freude war riesig. Besonders schön war die Unterstützung der Schweizer Fans, die lautstark mitfieberten.
Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Erholung. Oder zumindest fast. Die freie Zeit verbrachte die Gruppe gemeinsam am Strand; beim Baden, Sonnen, Spielen oder beim Ausprobieren von neuen Akros im Meer.
Am Mittwoch wartete der zweite und gleichzeitig letzte Auftritt. Die Arena direkt am Meer sorgte für eine einmalige Kulisse. Vor dem Auftritt durfte das besondere Gruppenfoto am Strand nicht fehlen: eines dieser Bilder, das wohl noch viele Jahre an diese besondere Woche erinnern wird. Der zweite Auftritt gelang der Gruppe. Das Publikum zeigte sich begeistert und belohnte die Darbietung mit grossem Applaus. Ein würdiger Abschluss eines unvergesslichen Festivals.
In den verbleibenden Tagen rückte das «Miteinander» stärker in den Mittelpunkt. Gemeinsam wurde im Aquapark gerutscht, auf einem Katamaran übers Meer gesegelt, gebadet, gespielt, die Sonne genossen und einfach Zeit miteinander verbracht. Und vor allem: Pasta, Pizza und Gelato genossen.
Leider ging auch diese Reise einmal zu Ende. Nach fast acht Stunden Zugfahrt erreichte die Gruppe müde, aber glücklich Ziegelbrücke, wo bereits die Liebsten warteten.
Ein solches Projekt wäre jedoch ohne zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer nicht möglich gewesen. Ein besonderer Dank gilt der Leiterin Sarah Leuzinger. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz, ihrer Organisation und ihren kreativen Choreografien hat sie dieses Abenteuer überhaupt erst möglich gemacht und bewiesen, dass ihre Ideen auch auf internationaler Bühne überzeugen. Ein herzliches Dankeschön richtet der DTV Niederurnen zudem an alle, die das Projekt in irgendeiner Form unterstützt haben. Finanzielle Unterstützung erhielt die Gruppe von der Stiftung für ein lebendiges Niederurnen sowie der Kamm Bartel Stiftung. Ein grosser Dank geht ebenfalls an die T-Shirt-Sponsoren Carrosserie Dick und Nimbus AG.
Und was bleibt nach einer solchen Woche? Gemeinsame Erlebnisse, viele Lachanfälle, neue Freundschaften, Bikiniabdrücke, zwei unvergessliche Bühnenauftritte und nicht zuletzt die Buslinie Nummer 11, die wohl allen Beteiligten noch lange ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern wird.






