Dynamisch leben im Chli Gäsitschachen

Auch die zweite Kleinausstellung in diesem Jahr im Naturzentrum Glarnerland dreht sich anlässlich des Weltwasserjahrs um das kostbare Nass. Sie widmet sich der wassergeprägten Auenlandschaft Chli Gäsitschachen zwischen Mollis und dem Walensee.




Um die Bevölkerung vor Hochwassern zu schützen, wurde die Linth vor 200 Jahren durch einen historischen Bau unter der Leitung von Hans Konrad Escher zwischen Mollis und Zürichsee gebändigt: Das Linthwerk mit dem Linth-Escherkanal entstand. Da dieses nicht mehr der heutigen Hochwassersicherheit und Ökologie entsprach, wurden von 2008–2013 die Dämme saniert und erneuert sowie der Linth-Lebensraum stellenweise ökologisch aufgewertet. Eine der Aufwertungen betrifft das Gebiet Chli Gäsitschachen zwischen Mollis und dem Walensee.

Neu geschaffen und voller Leben


2010 wurden im Rahmen des Linthwerk-Projektes Linth 2000 im Chli Gäsitschachen sechs Hektaren Wald gerodet und eine rund 100 m breite Flussaufweitung geschaffen. Die Aufweitung gibt dem Gebiet einen Teil seiner ursprünglichen Gestalt zurück. Durch Zurückversetzen des Damms entstand eine Flussaufweitung mit Kiesbänken, Seitenarmen, Untiefen und flacher Uferzone. Die Dynamik der Hochwasser gestaltet diese immer wieder aufs Neue. In der Auenlandschaft wimmelt es von Leben. Denn Auen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen überhaupt.

Ausstellung «Chli Gäsitschachen – eine Aue entsteht»


Von August bis November gibt eine Kleinausstellung im Naturzentrum Glarnerland informative und erlebnisreiche Einblicke in die Entstehung, die Bedeutung und die Vielfalt des Chli Gäsitschachens. Schon beim Hereinkommen wird man vom aromatischen Duft der Weiden betört. Einstieg in die dynamische Welt der Auen findet man mittels Infotexten, Bildern, einer Bilderschau, einem Film und Anschauungsobjekten. Mehrere Erlebnisstationen ermöglichen die Vertiefung des Themas mit allen Sinnen. Nach Herzenslust kann geflochten, getastet, gelauscht, gesucht, geordnet, gerätselt, gerollt, gestaut, geforscht, gemalt, gebastelt und gespielt werden. Die Ausstellung ist auch gut für Familien geeignet.

Kontaktadresse


Infostelle Naturzentrum Glarnerland, im Bahnhofsgebäude Glarus
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14.00–17.30 Uhr, Samstag 10.00–12.00 Uhr, Eintritt frei.
E-Mail: [email protected], Telefon: 055 622 21 82,
www.naturzentrumglarnerland.ch