È una passione – das Korbflechten und das Schreiben!

Ein kalter Winterabend, ein mit interessierten Besuchern gefülltes, behagliches Schulzimmer und zwei gestandene Männer, die von ihrer Passion erzählen; ein guter Mix für einen spannenden, unterhaltsamen Einstieg ins Wochenende.



Begegnungen, zufällig oder nicht, machen das Leben spannend. Sie beeinflussen uns bewusst oder unbewusst und steuern damit unser Leben. Reinhold Bless, der gelernte Kaufmann, liess sich bei einem Besuch bei Emil Zopfi für dessen handgeflochtenen Körbe und das Handwerk dahinter begeistern.

Mittlerweile, nach seiner Zweitausbildung, ist er Korbflechter aus Leidenschaft, Kenner der rund 450 Weidenarten weltweit und Ansprechperson, wenn es darum geht, einen massgearbeiteten Korb zu erwerben. Ruhig, fast schüchtern, erzählt Reinhold Bless von seiner persönlichen Geschichte, seinem Handwerk und wagt einen Ausblick in die Zukunft. Die Zuhörerinnen und Zuhörer spüren die Leidenschaft, das Herzblut zu seinem Handwerk hinter seinen verständlichen, einfachen Worten.

Als einer der wenigen Korb- und Flechtwerksgestalter der Schweiz betreibt er ein aussterbendes Handwerk. Mittlerweile wurde es zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt. Bei Grossaufträgen wie der Bestuhlung des Bundeshauses oder derjenigen im Dom zu Hannover – hergestellt von horgenglarus - arbeiten die Korbmacher zusammen, um die Aufträge termin- und fachgerecht erledigen zu können.

Noch heute riecht Emil Zopfi an den ausgetrockneten Weiden, am Schilfrohr oder an den Binsen seiner selbstgemachten Körbe und lässt sich zurückversetzten nach Kalabrien. In unserem südlichen Nachbarland machte er auf der Strasse die Bekanntschaft mit Sebastiano, dem Korbflechter. Sebastiano kam nach einem längeren Arbeitsaufenthalt in den USA zurück in seine Heimat. Dies zum Teil, weil er in New York keine Weiden zum Flechten fand. Er, einer der letzten Korbmacher in Kalabrien, liess Emil Zopfi an seiner Leidenschaft teilhaben und zeigte ihm die Finessen seines Handwerkes.

In seinem neuen Buch erzählt Emil Zopfi von Menschen, die ihn auf seinem Lebensweg begleitet haben, manche über längere Zeit, manche auch kurz. Da ist die Rede von Jürg, dem Spengler und Künstler mit dem Blick für die Proportionen. Er packte bei der Renovation des Hauses in Schwändi mit an und drückte diesem seinen Stempel auf. Auch von Faezeh handelt ein Kapitel. Die Iranerin, welche als Studentin bei Zopfis in Zürich wohnte, war der eigentliche Grund, weshalb die Familie Zopfi nach Italien reiste und dort eben Sebastiano kennenlernte. So verknüpft kann das Leben sein!

Gastgeber dieses schönen Abends waren die Bibliothek Kerenzen und das Kulturforum Brandluft.