Eduard Egüez im Freulerpalast Näfels

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung der Kulturgesellschaft waren Interessierte zu einem ganz besonderen musikalischen Begegnen eingeladen.



Eduard Egüez im Freulerpalast Näfels

Es war eine stille, meditativ aufklingende Musik, die der argentinische Lautenist Eduardo Egüez mit der Vihuela, einem uralten spanischen Zupfinstrument anbot. Er führte in Werke von Luys Milàn (1500–1561); Alonso Mudarra (ca. 1508–1580); Luys de Narvàez (1490–1547) und Francesco da Milano (1497–1543), damit in die ganz besondere Klangwelt der spanischen Renaissancemusik ein. Es waren feingliedrig strukturierte Melodien, irgendwie geheimnisvoll, zuweilen sehr verhalten, dann wieder innig, geschmeidig und riesig elegant klingende Gefüge, die viel Kunstsinn und eine für den Betrachtenden, gespannt Hinhörenden faszinierende Fingertechnik von Eduardo Ergüez erforderten. Er widmete sich einem Notenmaterial, das vor Beginn des rund vierzig Minuten umfassenden, ganz besonderen Gastspiels noch gezeigt wurde. Es sah einem mit kurzen Balken und Notenköpfen verzierten Gebilde nicht unähnlich, war für Laien kaum entzifferbar.
Ergüez widmete sich allem mit vornehmer Grandezza, souverän hohem Einfühlungsvermögen. Er war beeindruckende Einheit mit dem eigentlich kleinen Instrument, mit dem er gar Liebliches, Tänzerisches, Leidenschaftliches, Ruhiges, dann wieder Dahineilendes ausdrückte. Irgendwie passten Konzertraum und musikalische Aufwartung unerwartet gut zusammen. Beim Hinhören machten sich in vielen Ruhe, Stille und Spannung breit. Es war so viel gefühlvolle Bewegung in diesem ausgereiften Ausdrücken inmitten einer spürbar spannenden breiten Ruhe unter den Anwesenden. Man wurde auf unerwartete Weise mit Unbekanntem aus selten gehörten Schaffensperioden der Renaissance etwas vertraut gemacht.