Ein Abschluss ohne Makel

Die Corona-Krise warf auch bei der KBS Glarus ziemlich viel über den Haufen, so auch der Lehrabschluss und die Feier, welche nur im kleinen Kreis am letzten Mittwoch über die Bühne gehen konnte.



Zu Beginn der kleinen Feier zum Lehrabschluss an der KBS in Glarus am letzten Mittwoch zog Rektor Michael Schlegel einen Vergleich zwischen der aktuellen Situation und der «früheren Normalität». Denn eigentlich hätte die Abschlussfeier in einer gefüllten Aula der Kantonsschule mit viel Freude und Gefühl sowie dem gemeinsamen Austausch am Apéro über die Bühne gehen sollen. «Wie Sie aber in den letzten Monaten ja festgestellt haben, ist in diesem Jahr vieles anders.» So fand auch an der KBS während des sogenannten «Lockdowns» der Unterricht digital statt. Nach langer Unklarheit wurde dann auch schweizweit entschieden, dass das Qualitätsverfahren nicht durchgeführt wird und nur die Zeugnisnoten für den Abschluss ausschlaggebend sind. «Eins hat sich aber nicht geändert, ihr Abschluss ist Zeugnis Ihrer Leistung. Und diese Leistung hat keinen Makel.» Die Situation mit der Vergangenheit einzuordnen sei hier nur müssig. Dies betonte auch Regierungsrat Benjamin Mühlemann. «Wenn jemand das infrage stellt, kann er auch gerne mal bei mir vorbeikommen.» Er freue sich, dass trotz der Umstände eine Feier durchgeführt werden konnte. «Ohne Sport und Kultur wird die Gesellschaft lethargisch.» Das hätten die letzten Wochen deutlich gezeigt. Auch sollen die Jugendlichen ihren Erfolg gebührend feiern, denn nun hätten sie den Schlüssel für die berufliche Zukunft in den Händen. Dass diese Zukunft wohl nicht mehr so rosig sein könnte, räumte Schlegel weiter ein. «Noch vor einem Jahr habe ich Ihren Vorgängern eine grosse Zukunft in einer florierenden Wirtschaft versprochen. Heute ist vieles noch im Unklaren.» Egal, wie sich die Situation in der Schweiz entwickelt, mit der abgeschlossenen Lehre hätten sie aber weiterhin einen grossen Trumpf im Ärmel, der sie für Unternehmen sehr attraktiv macht. Die letzten Stunden im Dienst der KBS hatten an diesem Abend Paul Bischof und Markus Thoma. Beide wurden an diesem Abend in die Pension verabschiedet. Dies bei Bischof nach 30 Jahren in Dienst der KBS, bei Thoma sogar nach stolzen 35 Jahren.

An der eigentlichen Diplomübergabe waren an diesem Mittwoch nur die KV-Abschlussklasse im M-Profil sowie der Berufsmaturitätsklasse anwesend. Insgesamt haben 104 von 105 Kandidaten die Ausbildung sowohl im KV als auch im Detailhandel bestanden, verriet Alex Franceschini, was wiederum einer Erfolgsquote von 99 Prozent ergibt. Zudem wurden die rangierten mit einer Durchschnittsnote 5,3, sowie die besten Berufsmatura-Abschlüsse ausgezeichnet und mit einem Präsent von der Glarner Kantonalbank belohnt.