Ein Adler – da weiss man, was man hat ...!

Ein Adler – da weiss man, was man hat ...! Oder etwa doch nicht? Ist es jetzt ein Rufelihund, ein Fridolin Kundert oder gar eines mit Pfiff? Die Unterschiede dieser verschiedenen Brauerzeugnisse lernten die Vorstandsmitglieder des Verkehrsvereins Oberurnen mitsamt den fleissigen Helferinnen und Helfern bei einer Führung durch die Brauerei Adler kennen.




Bei Mathias Oeschger, gelerntem Braumeister und Betriebsökonom, waren sie dabei in guten Händen. Kompetent und mit ganz viel Herzblut erzählte er von der Geschichte und der Herstellung des Schwandner Bieres. Neben der wunderschönen, historischen Kupfer-Sudpfanne erklärte er, wozu Hopfen und Malz gebraucht werden und wie und womit der Brauer das Aroma des Bieres steuern kann.

Bierkonsum früher und heute

So löst zum Beispiel ein halbes Grad mehr oder weniger in der Maischenpfanne ganz andere Aromen aus dem Malz heraus. Spannend ist auch zu wissen, dass die Abfall-Malzschalen ein begehrtes Kuhfutter sind oder dass jeder Schwandner mit seinem Hahnenwasser gutes Bier brauen könnte, das Wasser der Sooler dafür zu hart ist.

Für einen Liter Bier braucht es heute rund 41/2 Liter Wasser, vor 15 Jahren waren es noch 13 Liter. Auch der Energieverbrauch konnte in den letzten fünf Jahren um 30% reduziert werden. Aber auch der Bierkonsum der Arbeiter hat sich reduziert. Während 1897 ein Brauer pro Tag zwei Harassen Bier zur Verfügung hatte (um den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen) oder die Baustellen zweimal am Tag mit Bier beliefert wurden, ist heute Alkohol am Arbeitsplatz weitgehendst verboten.

Sagenbiere wie Rufelihund

Im Gegensatz zum Wein ist das Anbaufeld von Hopfen oder Malz nicht so wichtig, um ein gutes Bier brauen zu können. Der wichtigste Teil für den Geschmack des Bieres ist die Zusammensetzung und die Verarbeitung der verschiedenen Zutaten. Das ist insofern ein Nachteil, als dies Türöffner ist für die Grossbrauereien, die so immer das geschmacklich gleiche Bier in grossen Mengen produzieren können. Eine Marktnische hat Adlerbräu mit seinen Sagenbieren gefunden, «denn», so Mathias Oeschger, «auch die Google-Mitarbeiter in Zürich lieben den Rufelihund, auch wenn sie den Namen nicht aussprechen können».

Martinsloch – der Glarner Whisky

Aus der gleichen Grundzutat, dem Malz, wird nebst dem Bier auch Whisky gebrannt. Als neues Projekt hat die Brauerei Adler aufs 190-jährige Firmenjubiläum aus einer von den Bierbrauern entwickelten Whisky-Maische das edle Lebenswasser mit dem Namen Martinsloch hergestellt. Gelagert wurde er drei Jahre in gebrauchten rückgebauten Sherryfässern, bevor er in den Verkauf gelangte. Die 316 Flaschen vom ersten Brand waren innerhalb von 11/2 Wochen ausverkauft.

Nach der Degustation der verschiedenen Sagenbieren – auch das Vrenelisgärtli fand begeisterte Liebhaberinnen – ging es weiter ins Restaurant Adler, dem Ursprung der Brauerei. Mit einem feinen Znacht fand der tolle Anlass seinen Abschluss.