Ein digitaler Safe für alle Glarner

Mit GlarusSafe bietet Glarus hoch3 AG jeder Glarnerin und jedem Glarner ein digitales Schliessfach für sensible Daten. Den Start machen die drei Technischen Betriebe mit ihren Rechnungen fürs dritte Quartal.



Dank der Odyssee von Edward Snowden hat sich die Datenspionage der amerikanischen Geheimdienste zum Dauerthema in diesem Sommer entwickelt. Zusätzliche Sensibilisierung zum Thema Datenschutz, meinte dazu Christoph Marti, Geschäftsführer von Glarus hoch3, bei der Lancierung von GlarusSafe anlässlich der Medienorientierung. Die Technischen Betriebe des Kantons Glarus haben zusammen mit Glarus hoch3 und der DSwiss AG eine Lösung entwickelt, wie die Glarner Bevölkerung ihre sensiblen Daten bestmöglich schützen kann.

Schliessfach im Gotthard


«Grundsätzlich handelt es sich bei GlarusSafe um einen kostenlosen Online-Datenspeicher. Vergleichbar mit dropbox oder Skydrive», erklärte Marti weiter. Grundlage dafür ist die seit Jahren erprobte Lösung SecureSafe von der DSwiss AG, die bereits Daten von Firmen und Banken unter anderem in der ehemaligen Festung im Gotthard sichern. Ähnlich wie ein Schliessfach bietet GlarusSafe die Möglichkeit, sensible Daten wie Bankunterlagen, Gesundheitsinformationen oder auch Passwörter sicher auf dem System abzulegen, auf der anderen Seite bietet es aber auch die Möglichkeit, solche Daten, wie zum Beispiel Rechnungen und Unterlagen, sicher zu versenden. Als Erste werden dies die Technischen Betriebe des Kantons Glarus anwenden. Mit der Rechung für das 2. Quartal erhalten die Bürgerinnen und Bürger zusätzlich einen Flyer, der sie genau anleitet, wie sie ihren GlarusSafe sicher anlegen können. Geben diese zusätzlich noch die Kundendaten an, erhalten sie ab dem 3. Quartal die Rechung direkt und sicher in ihr digitales Postfach. «Sicher im ersten Jahr, aber wohl auch in naher Zukunft, wird das Angebot für alle Glarner kostenlos sein.» Weiter überlegen sich im Moment auch die drei Gemeinden und der Kanton, wie sie diese Lösung auch nutzen können.

Kein Hintertürchen

«Ebenfalls wichtig bei der Lösung ist auch, dass die Daten nach Schweizer Recht auf schweizerischen Datenzentren betrieben werden», erläuterte Tobias Christen, CEO DSwiss AG. So verbiete das Schweizer Recht zum Beispiel Hintertüren, wie sie die Geheimdienste in der USA genutzt haben. Weiter interessant ist auch die mögliche Datenvererbung. «Für den Todesfall kann angegeben werden, wer den Zugang zum digitalen Schliessfach erhalten soll.» Ebenfalls bietet das System die Möglichkeit der Benachrichtigung per SMS, wenn sich jemand in das Konto einlogt.

Dass sich die gesamte Bevölkerung des Kantons Glarus einen eigenen kostenlosen Datenspeicher mit dieser Sicherheitsstufe erhält, ist ausserdem einmalig in der ganzen Schweiz. Die Zukunft wird hier sicher zeigen, welche Möglichkeiten sich für Gemeinden, Kanton, weiteren Dienstleistern, aber auch für die Glarnerinnen und Glarner mit GlarusSafe noch auftun können.