Der Vorstand des Glarner Heimatschutzes (GLH) traf sich am Montag mit den Regierungsräten Jakob Kamm und Dr. Rolf Widmer sowie den Chefbeamten Dr. phil. Fritz Rigendinger und Thomas Stauffacher zu einer Gesprächsrunde, um die Möglichkeiten einer vertiefteren Zusammenarbeit auszuloten. «Wir wollen versuchen, gemeinsam fortschrittliche Schritte in die Zukunft zu tun, damit unser Kanton die Attraktivität nicht verliert und den Bestand nicht einbüsst», meinte GLH-Präsident Fridolin Beglinger.
Ein besonderer Baum als Dank
In dieses Treffen war ein spezieller Anlass integriert: Da das neue Ehrenmitglied Dr. Andrea Schuler aus Glarus, Präsident von Europa Nostra, an der Hauptversammlung des GLH nicht hatte teilnehmen können, wurde die besondere Auszeichnung nun nachgefeiert. Im wundervollen Park der Familie Schuler, selbst ein wertvolles Kulturgut, wurde bei einem Apéro als Geschenk des GLH zunächst ein Ginkgo-Baum gepflanzt. Fridolin Beglinger bezeichnete den aus Asien stammenden Baum als botanische Kuriosität, der bei uns viel zu wenig gepflanzt werde. Er sei sehr resistent und gelte als Symbol für Harmonie, was sehr gut zur Familie Schuler passe.
Die eigentliche Würdigung erfolgte dann beim Nachtessen im Hotel Glarnerhof. «Die Verdienste von Andrea Schuler sind sehr vielfältig», sagte der GLH-Präsident. Der Geehrte hatte während 18 Jahren im Vorstand des GLH und von 2000 bis 2007 in der Stiftung Baumgartenalp mitgearbeitet. Seit ihrer Gründung ist er aktiv in der «Anna Elsa Zopfi-Baer-Stiftung/Pro Glarus».
Bedeutend ist sein Engagement für den paneuropäischen Zusammenschluss gemeinnütziger und nicht-staatlicher Organisationen für die Erhaltung und Pflege unseres Kulturerbes, Europa Nostra. Seit einem Jahr präsidiert Andrea Schuler dieses Netzwerk der Denkmalschutzbewegung; vorher hatte er während 15 Jahren dem Vorstand angehört, davon fünf Jahre als einer der Vizepräsidenten. «Wir wünschen ihm viel Glück auf seiner Reise durch Europa und sind stolz darauf, dass er Glarner und Europäer ist», so Fridolin Beglinger.
Psychische und emotionale Wellness
Andrea Schuler schilderte, wie er als Erbe eines wichtigen Kulturobjektes im Kanton Glarus zum GLH gekommen sei und das Glück hatte, bei der Restaurierung auf Dr. h.c. Jakob Zweifel, den langjährigen Obmann, zurückgreifen zu können. Als Vertreter des Schweizer Heimatschutzes gelangte er dann zu Europa Nostra, dessen Präsidium er als «ganz tolle Aufgabe» bezeichnete.
«Es gibt kein europäisches Kulturerbe. Dieses zeichnet sich aus durch Vielfältigkeit, Unterschiedlichkeit und auch Kleinräumigkeit. Wenn wir diese Vielfältigkeit nicht erhalten, geben wir die Seele von Europa auf», betonte Andrea Schuler. Dabei müsse die Bevölkerung sensibilisiert werden, dass Kulturerbe alle etwas angehe: «Es geht um Lebensqualität und Identifikation, um psychische und emotionale Wellness. Das müssen wir den Leuten besser verkaufen.»
Kulturdenkmäler seien Meilensteine in der geschichtlichen Entwicklung, welche die Geschichte verständlich machten, ebenso aber auch Meilensteine im Sinne von wesentlichen Elementen in unserer unmittelbaren Umgebung: «Sie machen Heimat aus als Raum, in dem man sich wohl, sicher und verstanden fühlt. Und sie unterstreichen die Einmaligkeit einer Region», so Andrea Schuler.
SVP Glarus empfiehlt Mischa Toso



