Nach einer musikalischen Einstimmung durch Manuela Einsle und Kurt Zwicky präsentierte Professor Dr. Conradin A. Burga in einer Powerpoint-Präsentation sein umfangreiches Werk über Oswald Heer unter dem Titel:«Oswald Heer: Paläobotaniker – Entomologe - Gründerpersönlichkeit». Als Sohn einer kinderreichen Familie eines Pfarrers in Matt aufgewachsen, studierte er vorerst Theologie (vermutlich dem Vater zuliebe), belegte aber nachher naturwissenschaftliche Fächer in Botanik und Entomologie (Insektenkunde, die sich mit den Insekten der artenreichsten Gruppen von Lebewesen befasst). Paläobotanik ist die Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdzeitalter. Nach einem Zoologiepraktikum wurde er als Konservator des Belvoirparks in Zürich-Enge durch Heinrich Escher, dem Vater des berühmten Alfred Escher, angestellt.
Zweifacher Professor und Direktor Botanischer Garten
Dann ging es Schlag auf Schlag: Oswald Heer wurde gleichzeitig Professor an der neu gegründeten Universität Zürich sowie am Polytechnikum der Uni Zürich. Daneben wählte man ihn zum Direktor des Botanischen Gartens von Zürich, ein Amt, das er ganze 48 Jahre lang ausübte.
Heer entwickelte eine unglaubliche Forschungstätigkeit, sodass man sich heute fragen muss, wie er das alles unter einen Hut gebracht hat. Er schrieb mehrere Standardwerke wie das siebenbändige «Flora fossilis arctica», die «Die Urwelt der Schweiz», «Die Käfer der Schweiz» oder «Die Vegetationsverhältnisse des Kantons Glarus». Zudem korrespondierte er mit über 600 Wissenschaftlern und anderen Persönlichkeit in der ganzen Welt, so unter anderen auch mit Darwin. Heer erhielt auch Hunderte von Ehrungen, Auszeichnungen und zwei Ehrendoktorate. Er zählte wirklich zu den führenden Köpfen auf den erwähnten Spezialgebieten.
Mit dem über 500-seitigen Werk von Dr. Conradin A. Burga wird das Leben eingehend und ausführlich beschrieben. Am Schluss seiner Ausführungen regte der Autor zudem an, man könnte – um den grossen Gelehrten zu würdigen – , einen «Oswald-Heer»-Preis kreieren.
Vielfache Unterstützung
Regierungsrätin Christine Bickel schilderte eingangs der Veranstaltung, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit einem Werk aus dem Lotteriefonds Beträge zugesprochen werden. Unterstützt und gefördert wurde das Buch auch durch die Naturforschende Gesellschaft sowie den Historischen Verein des Kantons Glarus, was die beiden Präsidenten, Fridli Marti und Rolf Kamm, in ihren Grussbotschaften erwähnten. Sozusagen als «Hausherr» im altehrwürdigen Landratssaal erklärte Landratspräsident Fredo Landolt den zahlreich erschienenen Gästen noch die politischen Abläufe zwischen Regierungsrat, Landrat und Landsgemeinde. Anschliessend hatten die Besucher Gelegenheit, das Buch an einem Stand der Buchhandlung Baeschlin käuflich zu erwerben.
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