Ein Herz für Blatten

Vor einem Jahr, Ende Mai 2025, traf es das Dorf Blatten im Lötschental schwer. Der Bergsturz überschüttete von 320 Personen das Hab und Gut. Dies hat den Samariterverein Näfels sehr bewegt und es kam die Idee auf, Herzen mit Arvenfüllung zu nähen.

Unter dem Motto «Ein Herz für Blatten» wurden selbstgenähte duftende Kunstwerke bei verschiedenen Anlässen wie der Chilbi, beim Blutspenden sowie am internen Chlaushock durch den Samariterverein angeboten. Dabei kam die erfreuliche Summe von Fr. 1200.– zusammen.

 



Ein Herz für Blatten

Eine Dreier-Delegation des Vereins überbrachte nun den Erlös nach Blatten bei Wiler im Lötschental. Dort wurden sie vom Gemeindepräsidenten Matthias Bellwald und dem Vizepräsidenten Martin Henzen herzlich empfangen.
Der Austausch mit den beiden Betroffenen war sehr eindrücklich. Die «Nicht-Betroffen» können nur einen Bruchteil von dem erahnen, wie es den Geschädigten geht. «Wenn dir nicht einmal mehr ein Kaffeelöffeli gehört, gibt es kein KI und kein anderes Rezept, welches dir in der ausserordentlichen Situation helfen kann», so schildern die beiden, ihre Empfindungen. Nun geht es darum, den materiellen Schaden mit den Versicherungen anzuschauen. Solidarität und Zusammenhalt sind enorm wichtig und hier stark zu spüren. Der persönliche Verlust z. B. von Erinnerung-Fotos, persönlichen Sachen usw. kann hingegen nicht ersetzt werden. «So bleibt viel «vergraben» auch die Geschichte von Blatten». Vor allem ältere Menschen sind davon stark betroffen, Junge haben das Glück, ihr Leben noch vor sich zu haben. Emotionen sind da, aber wichtig ist, vorwärtszuschauen.

Matthias Bellwald dankt allen Glarnerinnen und Glarnern für ihre Anteilnahme, die er als ehemaliger Bewohner vom Glarnerland besonders schätzt. In seiner jetzigen Funktion als Gemeindepräsident von Blatten steht er vor der anspruchsvollen Aufgabe, in einem anhaltenden Ausnahmezustand die besten und sichersten Lösungen für seine Bevölkerung zu finden und umzusetzen.

Trotz der schwierigen Situation zeigt er sich zuversichtlich und tief berührt von der grossen Solidarität, die ihm und seiner Gemeinde von vielen Seiten entgegengebracht wird.