Ein Höllengefährt, wilde Tiere und ein Feuerwerk

Die turnenden Vereine Ennenda reisten am diesjährigen Chränzli in 80 Minuten um die Welt.



Es sollte eine Verkaufsveranstaltung werden für ein ultraschnelles Vehikel, das dem Erfinder «Mech» und seinem Investor Huldi unsagbaren Reichtum bescheren sollte. Mangelndes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit führte zur Wette, die Welt in 80 Minuten zu umrunden. Mit der Last des Wetteinsatzes wurde die Reise in Angriff genommen. Feierlich verabschiedet mit heimatlichen Klängen, der Schweizer Nationalhymne, zeigte die Gruppe MuKi-Turnen den beiden Protagonisten Balanceakte über schaukelnde Bänke, mit Purzelbäumen und Hindernislauf über Mami und Papi, eventuelle Unwegsamkeiten auf. Am ersten Reiseziel konnten die Sherpas der kleinen Jugi, in Bergschuhen, schwer bepackt und angeseilt, bewundert werden, wie sie leichten Fusses die Berge erklommen. Trotz des beschwerlichen Aufstiegs reichte die Kraft der jungen Turnerschar noch zu ausgelassenem «Schuhbladln». Mit wehenden Fahnen und fliegenden Hüten wurden Mech und Huldi auf die weitere Reise geschickt. Im Dschungel von Madagaskar, umgeben von den wilden Tieren der KITU kamen die beiden in den Genuss einer Hula-Hoop-Darbietung und einer Steckenpferd reitenden Kinderschar, die mit strahlenden Augen die Zuschauer erfreuten.

Um von einer Insel auf das Festland zu gelangen gibt es zwei Möglichkeiten: schwimmen oder fliegen. Die beiden Fortbewegungsmöglichkeiten wurden von der grossen Jugi fantasievoll interpretiert und vorgeführt. Passend begleitet von «Fly away» wirbelten die jungen Turnerinnen und Turner mit Sprüngen und Elementen aus dem Bodenturnen geschmeidig über die Bühne. Mit PluSport flanierte der Pariser Chic über das Parkett. Liebevoll gekleidet, kein Detail ausser Acht gelassen, war nicht nur der Chic, sondern das ganz Spektrum der französischen Metropole vertreten. Leicht verwahrloste Clochards mit der obligaten Bierdose, der Strassenmaler vom Montmartre und selbst ein Rucksack voll Pariser Brot durfte nicht fehlen unter dem Eifelturm. Die nächste Station der beiden Globetrotter sollte eigentlich Amerika sein, doch ein Navigationsfehler liess sie auf Mallorca, an der Partymeile Ballermann, landen. Rechtzeitig zur Tanzvorführung der grossen und kleinen Jugimädchen. Mit ihren knallig orangen Shirts, liebevoll in die Zöpfe eingebundenen Blumen, waren sie ein schöner Farbtupfer. Die Vorführung gar nicht Ballermann like, sondern rasant, mit guter Choreografie, perfekter Ausführung und mit toller Ausstrahlung. Im zweiten Anlauf gelang der Sprung über den grossen Teich, mitten in die Countryhochburg Nashwille. Die Cowgirls vom Frauenturnverein zelebrierten Line Dance und begeisterten als Ghostrider und fiktiven Gitarreneinlagen zu fetziger Musik von Buddy Dee. Ein wahres Feuerwerk turnerischen Könnens zeigte der Turnverein. Mit akrobatischen Sprüngen, kräfteraubenden Übungen, auf und zwischen den Schwedenkästen. Im Scheinwerferlicht blitzten, unter bewundernden Pfiffen weiblicher Fans, die Muskelpakete der Akteure auf. Das Medley der ad hoc gegründeten ABBA-Playback-Band beinhaltete viele bekannte Titel der schwedischen Erfolgsband. Das schrille Outfit konnte nicht kaschieren, dass die Hüftschwünge einzelner Mitglieder, zum Gaudi der Zuschauer, eher dem Bewegungsablauf schwedischer Holzfäller ähnlich war.

Der Turnerinnenverein präsentierte anschliessend ein Kontrastprogramm. Graziös, in glitzernden Kleidern, verspieltem Federkopfschmuck und heissen Rhythmen zauberten sie einen Hauch brasilianischer Schönheit und Lebensfreude in den Saal. Die mit Leichtigkeit vorgetragene Darbietung vermittelte Südamerikas Unbeschwertheit.

Die Gangnam Style-Version des MTV bestach durch Perfektion, liess die Jüngsten im Publikum begeistert mittanzen. Eine Zugabe war unumgänglich. So hiess es Abschied nehmen von Japan, der letzten Station des Wettlaufs gegen die Zeit. Der TNV und der TV bereiteten den beiden Weltenbummlern mit einer eindrücklichen Tanzshow und verspielten Lichteffekten einen begeisterten Empfang. Atemlos waren nicht nur die Akteure, sondern auch das kräftig mitfeiernde und mittanzende Publikum. Die Reise war zu Ende, die Wette gewonnen. Zeit für die Blue Birds zum Tanz aufzuspielen. Ein grosses Dankeschön gebührt dem Publikum das die turnenden Vereine Ennenda mit dem Besuch belohnt hat. Das motiviert, auch in zwei Jahren wieder ein attraktives Programm zu präsentieren. Der Dank gilt auch allen Mitwirkenden und Helfern, vor allem dem OK. Die vereinsübergreifende Arbeit wurde wiederum bravurös gemeistert.