Ein markantes Hinweisschild an der Sernftalstrasse

An der Sernftalstrasse zwischen Schwanden und Engi ist ein markantes Hinweisschild enthüllt worden, das auf den Weg zur Glarner Hauptüberschiebung in der Lochsiten aufmerksam macht.




Die Glarner Hauptüberschiebung der Tektonikarena Sardona ist seit einigen Jahren in der Lochsiten zwischen Schwanden und Engi über eine eigens erstellte Fussgängerbrücke frei zugänglich. Nun ist ein riesiges Hinweisschild, fast ähnlich wie der Schriftzug in Hollywood, erstellt worden und soll die Bevölkerung auf den Weg zur Glarner Hauptüberschiebung anlocken. Auf diesem Weg sind neu auch drei «Bücher» zu besichtigen, die quasi von den verschiedenen Forschern auf dem Weg vergessen worden sind. Sie erzählen die Geschichte der Hauptüberschiebung und sie zeigen mit Bild und Text jene Forscher und Persönlichkeiten, die sich mit diesem Naturphänomen auseinandergesetzt haben. Die Installationen enthalten eine App, mit der man den Text auch auf Englisch und Französisch aufs Handy hochladen kann.

Die Bedeutung der Lochsite

Wie Geologe Thomas Buckingham an der Eröffnung vom Mittwoch erklärte, hat die Lochsite in der heutigen Forschung immer noch eine riesige Bedeutung und ist nach wie vor sehr aktuell. Diese zeige sich auch darin, dass in einem Museum in New York ein Abguss der Lochsiten-Alpenbildung ausgestellt ist. In der Lochsiten zeigt sich besonders deutlich, wie bei der Kontinentalverschiebung mit ungeheurem Druck rund 250 bis 300 Millionen Jahre alter Verrucano auf den 25 bis 50 Millionen Jahre alten Flysch geschoben worden ist. Dazwischen befindet sich eine schmale Felsschicht, die auf der ganzen Welt als Lochsiten-Kalk bezeichnet wird.

Regierungsrat Kaspar Becker erinnerte in seiner Begrüssungsrede daran, dass erst um 1900, also fast 100 Jahre nach der Entdeckung der Tatsache, dass hier altes Gestein über neuem liegt, die Theorie entstanden ist, dass Berge durch das Übereinanderschrieben von Gesteinsschichten entstanden sind. Die Idee, die Tektonikarena in der Lochsiten bekannter zu machen, sei im Rahmen des NRP-Projektes (Neue Regionalpolitik) «Sardona Plus» ausgeschaffen worden und in Zusammenarbeit mit Felicia Montalta vom «BoxProjekt» und der Abteilung Umwelt und Energie vom Kanton Glarus entstanden. Es sei ja immer wieder ein Thema gewesen, wie das einmalige Naturerlebnis noch einem grösseren Publikum bekannter und zugänglicher gemacht werden könne. Mit dem neuen markanten Blickfang an der Sernftalstrasse, so der Regierungsrat, sei wieder ein Schritt in die richtige Richtung gemacht worden.