Ein neues Format

Gemeindepräsident Hans Rudolf Forrer hatte am Montagabend, 17. Juni, zur Informationsveranstaltung eingeladen, da an der Gemeindeversammlung vom Donnerstag, 27. Juni, wegweisende Entscheide bevorstehen. 120 Personen hatten Fragen und bekamen zu allen Traktanden umfassende und sachliche Informationen.



Im Fokus des Interesses: Informationen zu den geplanten Verbauungen Wagenrunse. (Foto: FJ)
Im Fokus des Interesses: Informationen zu den geplanten Verbauungen Wagenrunse. (Foto: FJ)

Politik hat mit Freiheit und Information zu tun. Nur wer gut informiert ist, kann gesellschaftlich richtige Entscheide fällen. Wer dagegen mit der Faust im Sack und einer Ideologie politisiert, macht sich und alle anderen Schritt für Schritt unfrei, weil er oder sie falsche Entscheide trifft. Am Informationsabend waren alle wichtigen politischen Entscheidungsträger und auch die zentralen Verwaltungspersonen dabei. Die Gemeinderäte Stefan Maduz – Gemeinderechnung –, Rafaela Hug – Projekt Futuro –, Markus Marti – Wagenrunse – und Hannes Schiesser – öffentliche Beleuchtung –, informierten in kurzen Powerpointreferaten über die heissesten Themen der Versammlung. Beim Projekt Futuro zeichnete Regierungsrätin Marianne Lienhard, Departementsvorsteherin Volkswirtschaft und Inneres, auch den politischen Weg zu diesem Projekt und die Positionen des Kantons nach. Damit hatten die Wissbegierigen aus Glarus Süd einen ausgezeichneten Überblick und konnten auch Fragen stellen, zuerst solche von allgemeinem Interesse im Plenum, dann – an verschiedenen Tischen – persönliche bei den jeweiligen Verantwortlichen. Das Format funktionierte, denn alle blieben sachlich-interessiert, und zeigten Disziplin, indem sie jeweils nach einer Viertelstunde den Informationsposten wechselten.

Einige interessante Punkte

Da die Grünen von Glarus Süd auf die Versammlung hin einen Rückweisungsantrag angekündigt hatten, konnte Gemeinderätin Rafaela Hug die zeitlichen Folgen dazu bereits aufzeichnen: Mit Überarbeitung der Projektauflagen, so Hug, Vorprüfung durch den Kanton und Planauflage werde es bis 2028 dauern, bis Gemeinderat oder Gemeindeversammlung wieder darüber befinden können, also just in jenem Jahr, wo die 2018 durch die Landsgemeinde beschlossene Rahmenfinanzierung für touristische Kerninfrastrukturen ausläuft. Laut Regierungsrätin Marianne Lienhard wuchs das vorliegende Projekt Futuro aus der vom Kanton erarbeiteten Bergbahnstrategie von 2014/15 heraus, welche Kennzahlen festlegt, die erfüllt sein müssen, und nachhaltige Businesspläne fordert. Beides werde, so Lienhard, durch die Sportbahnen Elm AG erfüllt. Diese hätten eine nachhaltige Strategie und das vorliegende Projekt sei durch den Landrat ausführlich geprüft worden, bevor dieser auf Kreditbegehren der Sportbahnen 8,56 Mio. Franken für das Projekt sprach. Auf die Frage aus dem Publikum, ob denn die Bedingungen für eine Beschneiung in Elm nicht doch zu unsicher seien, erklärte Gemeinderat Hansueli Rhyner anhand der Feuchtkugeltemperatur, wie technische Beschneiungen dimensioniert werden. Auf die Frage von Toni Schriber, wie die Dunkelheit in Glarus Süd geregelt werde, konnte Gemeinderat Hannes Schiesser ihm das Betriebsreglement für die neue Beleuchtung zeigen. Für viele der 120 Besuchenden besonders interessant waren die Ausführungen zur Wagenrunse. Denn Gemeinderat Markus Marti zeigte nicht nur die Varianten der geplanten Verbauungen und die derzeit durchgeführten Sicherheitsmessungen auf, sondern er konnte auch zeigen, wie man in Zukunft das Niderental für den Verkehr erschliessen könnte. Für die Rechnungen von tbgs und Glarus Süd Care waren ebenfalls die Verantwortlichen vor Ort, welche jenen, die es wissen wollten, die Zahlen und Strategien dieser Werke darlegten. Aus Sicht des Gemeindepräsidenten also ein gelungener Anlass, der – falls es der Gemeinderat auch so sieht – weitergeführt werden könne. Jetzt aber steht erst die Versammlung bevor.