Ein Pantomime trifft auf Musik

Im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung der Kulturgesellschaft Glarus wurde im Freulerpalast Näfels zu einem gar wechselseitigen Begegnen eingeladen. Es begegneten sich Musik und Pantomime, es trafen sich staunende Blicke mit der ausdrucksreichen Gestaltungswelt von Shinya Murayama.



Er agierte zur musikalischen Begleitung des Flötisten Lello Narcisi und des Cellisten Olaf Krüger. Aber eigentlich war es kein Begleiten, zu dem der Pantomime agierte. Die beiden Instrumentalisten, Lello Narcisi studierte unter anderem am Conservatorio della Svizzera Italiana in Lugano, erwarb das Solistendiplom, unterrichtet und ist – neben der regen KonzerttätiArtikelgkeit – Erster Flötist im Orchester von Bari; und Olaf Krüger, er tritt an vielen Festivals auf, unterrichtet und ist Mitglied des Estarellas Quartetts; spielten sich in Murayamas Bewegen, Deuten, Kokettieren, Dramatisieren, Träumen, Flehen, Fordern, Leiden und Befehlen meisterhaft ein. Sie untermalten, regten an, gaben sich dem zuweilen hurtigen Fragen und Antworten so spielerisch und kunstvoll hin. Shinya Murayama ist ein riesig begabter Künstler, der sich in die Herzen der gebannt Hinschauenden zu spielen weiss, ganz viel Anteilnahme, Staunen und Bewunderung weckt, Szenisches rassig, liebreich und mit absoluter Körperbeherrschung ausspielt. Wie er beispielsweise den an Bauchkrämpfen Leidenden mimt, Äpfel vom Baum holt, ihnen herrisch das Runterfallen befiehlt, den Baum erklettert und mit einem schmerzlichen Plumps runterfällt, sich vom Ballon emportragen lässt, zu jonglieren beginnt, die ruhelosen Hände an die richtige Körperstelle zu bringen hat, in sich versinkt, sich übergross hochzustrecken weiss, schläft und träumt, ein rasantes Rollenspiel durchpeitscht – alles ist von Kurzweil, kurzem Verharren, dann wieder hohem Tempo geprägt. Der Gesichtsausdruck ist Form des Ausgespielten; Schalk, Grinsen, Trauer, Staunen, Wut, Leiden – es wechselte so schnell, situationsgerecht, einprägsam. Es wuchsen Bilder, die gar reizend, ausdrucksstark waren. Die Musiker spielten sich in dieses Wirblige, Verträumte, Fordernde virtuos und stimmungsstark ein. Das Begegnen endete beinahe zu schnell, war willkommenes Einstimmen auf die Programmfülle der Kulturgesellschaft Glarus.