Ein Paradepferd – das Glarner Schabziger-Stöckli

Das Aushängeschild der Firma GESKA AG in Glarus ist das seit über 555 Jahren patentierte Schabziger-Stöckli. Dies ist jedoch nur eines von einer Vielfalt an ausgezeichneten Produkten, welche aus Glarner Milch in den modernen Produktionsanlagen im Ygruben in Glarus hergestellt und weltweit verkauft werden. Und wie sieht es nun aus in der Corona-Zeit?



«Wie für jedes Unternehmen, nicht nur bei uns im Glarnerland, ist diese Pandemie nach dem ersten «Schock» zu einer grossen Herausforderung geworden. Der Bundesrat hat aber in vieler Hinsicht rasch und sinnvoll gehandelt». Er habe die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung nicht in Anspruch nehmen müssen, sei ab er froh, diese Zusage für einen späteren Zeitpunkt in der Hinterhand zu haben, erklärte Hermann Luchsinger, Inhaber der GESKA AG, Glarus.

Standartsortiment eher leicht steigend

Wie Luchsinger erfreut erklären konnte, sei das Geschäft bei den Standardprodukten auch nach Bekanntgabe der Pandemie im bisherigen, eher leicht steigenden Ausmass verlaufen. Die Verkaufszahlen beim Endverbraucher blieben erfreulich positiv und sind auch während der folgenden Zeit gleichgeblieben, sogar eher leicht steigend. «Die Leute kochen wieder vermehrt zu Hause und verwenden dabei zum Glück auch unsere Produkte.» Weniger erfreulich sei das Geschäft mit den Produkten für die Gastronomie und der Lebensmittelindustrie, denen GESKA entsprechende Halbfabrikate liefert. «Hier mussten wir einen massiven Einbruch hinnehmen. Wir rechnen aber aufgrund der beschlossenen Massnahmen auf eine langsame Erholung auch für unsere Produktion.» Wie er aber klar betonte, «eine langsame Erholung». GESKA sei aber über das Ganze betrachtet noch mit einem blauen Auge davongekommen. «Wie hatten und haben nach wie vor Vollbeschäftigung und zurzeit suchen wir zwei Mitarbeiter in der Produktion. Bitte bei mir melden». Betriebsführungen würden bei GESKA erst wieder durchgeführt, wenn vom Bund ein entsprechender Entscheid vorliegt.

Aktion mit «Glarner Trio» bei Aldi Schweiz

Das Trio Schabziger-Zigerstöckli, Weiss-Stöckli und Hot Pink Cheese wird seit Kurzem in sämtlichen Filialen von Aldi Schweiz angeboten. «Für unsere Produkte natürlich eine tolle Chance, wenn auch nur über einen begrenzten Zeitraum und im Rahmen einer Aktion in/out; Das heisst, der Artikel ist so lange im Gestell, bis er ausverkauft ist, dann fällt er aus dem Regal.» Wie Luchsinger weiter betonte, sei das für seine Firma ein willkommenes Zusatzgeschäft und eine weitere Aktion sei bereits für Oktober geplant. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt sei GESKA mit der Trend Linie «SooGut» bei einer in/out-Aktion präsent gewesen. «Unser «ZIBU-Zigerbutter» ist aber seit Längerem bereits permanent mit Erfolg im Verkaufsprogramm von Aldi Schweiz.» 

Chancen im amerikanischen Markt?

Vor einigen Monaten hat der amerikanische Botschafter Edward McMullen die Firma besucht und sich lobend vor allem über die «Zigerbrüüt» geäussert. Bei diesem Besuch wurde auch über die Möglichkeiten des Verkaufs insbesondere des Schabziger-Stöcklis – in Amerika als «Sap Sago» bekannt, gesprochen. «Ich habe in der Zwischenzeit verschiedene Anfragen aus den Staaten erhalten, dabei geht es aber in erster Linie darum, eine Produktion in Amerika zu starten. Man offeriert mir Produktionsflächen in der Grössenordnung einer Netstal Maschinen oder noch grösser.» Wie Luchsinger klar erklärte, sei die momentane Situation nicht unbedingt geeignet, um über zukünftige Verkaufsmöglichkeiten seiner Produkte zu verhandeln. Er habe aber dank dem persönlichen Kontakt zum amerikanischen Botschafter einige interessante Adressen in der Hinterhand. Dies auch unter dem Motto «steter Tropfen höhlt den Stein»!

Chancen der Wirtschaft in der Zukunft?

Wie Luchsinger aus seiner Sicht betonte, müsste sich die Wirtschaft in diesem Jahr und vermutlich auch im 2021 mit bescheideneren Umsatzzahlen begnügen. «Ich denke, dass die kommenden fünf Jahre eine Konsolidierungsphase mit Restrukturierungen und mit Aussieben sein werden. In diesem Zeitraum wird jedes Unternehmen gefordert sein, mögliche Umstellungen vorzunehmen, damit es auch weiterhin konkurrenzfähig bleibt.» Dies könne, so Luchsinger, auch bis zu zehn Jahre dauern. «Für uns als kleines Unternehmen waren die Strukturen nie übermässig gross, dass wir in dieser Phase in Not geraten wären und dass wir auch in den kommenden Jahren in etwa da stehen, wo wir dies in der Vergangenheit waren. Sicher hat und wird auch weiter dazu beitragen, dass wir Nischenprodukte herstellen und verkaufen». 

*Edi Huber ist Pressebeauftragter der Glarner Handelskammer