Ein Schützenmärchen ohne Happy End

Schon wieder verpassten die Glarner Sportschützen den Aufstieg in die Nationalliga A. Das Team wurde kurz vor der Ziellinie gestoppt.




Sie dominierten während der ganzen Saison, verloren keine Partie, schossen auf Augenhöhe mit einigen Teams aus der Nationalliga A und waren für diesen Aufstiegswettkampf bereit. Bereit für die Rückkehr nach drei Jahren Abstinenz von der besten Liga. Elf Jahre kämpften die Glarner ohne Unterbruch mit der Top-Elite, ehe sie 2016 in die NLB absteigen mussten – und in dieser ein weiteres Jahr ausharren müssen.  

Harziger Start gegen Uri

Der Tag begann für die Glarner etwas harzig. Als erster Gegner warteten die Urner, welche ihre erste Begegnung gegen Altstätten mit 1587,3:1592,6 Punkten verloren. Die Innerschweizer mussten gewinnen, da sie ansonsten bereits die Koffer hätten packen müssen. Die Glarner waren noch nicht ganz parat. So hielten sich Tim Landolt (196,7), Gina Landolt (197,6) und André Eberhard (198,4) noch etwas zurück. Julian Bellwald (200,6), Rolf Lehmann (201,2), Andreas Stüssi (201,9) sowie die beiden Tschechen Petr Smol (202,6) und Frantisek Smetana (206,5) holten mit 1605,5 Ringen die Kohle jedoch aus dem Feuer. Die Urner unterlagen äusserst knapp mit 1,9 Punkten Differenz. Die Nervosität der Glarner legte sich, da sie sich damit die Finalteilnahme bereits gesichert hatten.

Ein Müsterchen des Möglichen

Bei der Partie gegen Altstätten ging es lediglich um die Platzierung und den Finalgegner. Die Glarner liefen zur Höchstform auf und liessen den Rheintalern (1597,3) keine Chance – wobei sich dieser Sieg im Nachhinein als taktischer Fehler erwies. Mit 1625,1 Zählern waren die Glarner Gruppensieger und trafen somit im Final um den Aufstieg auf das NLA-Team aus Vully-Broye. Die zweite Partie fand zwischen Altstätten und Dielsdorf statt. Frantisek Smetana führte die Glarner erneut an (204,9). Tim Landolt (204,5), Petr Smol (204,2), Gina Landolt (203,7), Andreas Stüssi (203,5), André Eberhard (202,9), Julian Bellwald (201,6) und Rolf Lehmann (199,8) setzten der Leistung die Krönung auf. Der Final konnte beginnen, die Glarner schienen bereit für den Aufstieg.

Die Nerven lagen blank

Der Schein trog. Die Anspannung war im Glarner Team einmal mehr spürbar – nicht nur bei den Schweizern, sondern auch bei den beiden Tschechen. Obwohl Petr Smol diesen Wettkampf schon seit mehreren Jahren bestreitet, blieb auch seine Leistung unter dem Erwarteten. Mit 100,3 Ringen vermochte auch er nicht zu reüssieren. Bis zum dritten, kommandierten Schuss lagen die Glarner in Front und dies obwohl auch ihnen der Start nicht optimal gelang. Danach drehte sich das Blatt und die Westschweizer zogen davon. Zwar betrug der Vorsprung stets nur um die fünf Punkte, doch die Glarner konnten durch mehrere Ausreisser nicht mehr angreifen. Sechs Achter und eine 7,0 war zu viel Hypothek. Diese konnte auch Julian Bellwald, der punktgleich mit Smol schoss, nicht mehr wettmachen. Auch Tim Landolt (99,9), Rolf Lehmann (99,8) und Frantisek Smetana (99,5) waren nahe an der 100-Punkte-Grenze dran, die an einem solchen Final zwingend erreicht werden muss. Letzterer war im Final ebenso enttäuscht wie sein Landsmann. Auch Andreas Stüssi, der eine beneidenswerte Form aufwies, konnte den Turbo nicht mehr zünden (98,6). André Eberhard (98,1) und Gina Landolt (96,9) mussten einmal mehr Lehrgeld bezahlen. Mit 793,4:797,4 Punkten fehlten den Glarnern vier Punkte. Gegen Altstätten (787,3) wie auch gegen Dielsdorf (784,4) hätte dieses Ergebnis allemal gereicht. Die beiden A-Teams Altstätten und Vully-Broye verteidigten ihre Ligazugehörigkeit.