Ein seltener „Vogel“ zu Besuch im Glarnerland

Der Club „Super Constallation Flying Assoziation“ mit gegen 2000 Mitgliedern ist Besitzer einer der letzten Super Constellation auf der Welt. Gerade noch sechs Piloten – fast durchwegs ehemalige Linienpiloten der „Swissair“- haben das Brevet um diesen raren „Vogel“ zu fliegen. Am Samstag war diese Rarität auf dem Flugplatz in Molis zu besichtigen und es wurde Interessierten auch ein Rundflug angeboten.



Ein seltener „Vogel“ zu Besuch im Glarnerland

Ursprünglich wurde diese Super Constellation in den USA ab 1955 für Personen- Material- und Verletztentransport eingesetzt. Es handelt sich um einen viermotorigen Flieger mit einer Spannweite von gegen 125 Fuss und einer Länge von ebenfalls gut 125 Fuss. Sie wird mit einer Dreiermannschaft geflogen, einem Piloten, einem Co-Piloten und einem Maschineningenieur. Nach Aussage eines der aktiven Piloten sind diese drei Männer während einem Flug ständig voll beschäftig.

In sechs Etappen von den USA in die Schweiz

Die Super Constallation wurde vor Jahren von einigen „Fans“, welche sich zu einem Club zusammengeschlossen hatten, in den USA käuflich erworben. Der Überflug von Sam Francisco in die Schweiz erfolgte in sechs Etappen. Zwei der Piloten, Frei und Gomez, welche diesen Flug durchführten waren an diesem Samstag ebenfalls in Mollis anwesend. Das Interesse in der Bevölkerung war sehr gross und viele nutzten die Gelegenheit diesen seltenen Vogel einmal von Innen zu besichtigen. Die Maschine ist in Basel zu Hause und wird dort von den Mitgliedern des Clubs in Frondienst gewartet und gepflegt. Auch die Piloten fliegen ohne Entschädigung und im Jahr werden gegen 20 Flüge angeboten. Als Passagier kann nur mitfliegen, wer auch Member im Club ist. Heute sind noch drei dieser Maschinen im Einsatz. Eine in den USA, welche zur Zeit mit Motorschaden am Boden steht und ein Flieger in Australien. Aber auch diese Maschine ist im Moment aus technischen Gründen nicht im Einsatz. Somit ist diese Super Constellation welche hier zu besichtigen ist, die Einzige die im Moment im Einsatz steht. Im Moment fasst der Flieger 36 Passagiere, und drei Piloten, wobei in der Maschine massenhaft Platz vorhanden ist. Normalerweise hat dieses Flugzeug 80 bis 90 Passagiere befördert. Einer der in Mollis anwesenden Piloten, Herr Zitzer, erklärte glarus24.ch mit einer Begeisterung wichtige und interessante Details zu diesem „Vogel“, welcher in vielem an die vielen Fliegerstories aus den 50iger und 60iger Jahren erinnerte. Oft wurde dieser Flieger auch für Hollywoodfilme eingesetzt.

Einmaliges Flugerlebnis

Der Start der Super Constellation war für die vielen Zuschauer ein echtes Erlebnis, denn nebst dem Lärm der vier Kolbenmaschinen beim Anlaufen, war viel Rauch zu sehen und zu riechen. Der Vogel benötigt für einen Flug von einer Stunde gut 2000 Liter Benzin, Benzin und nicht Kerosin. Dazu eine Menge an Spezialöl für die vier Kolben. Ein grosser Teil dieser 2000 Liter werden nach Aussage des zweiten Piloten Frei, aber bereits beim Start verbrannt. Der ganze Start, von A bis Z war ein grosses Erlebnis für Jung und Alt und vor allem für eine riesige Anzahl Profi- und Amateurfotografen. Die Passagiere, welche nach einer Flugdauer von gut 50 Minuten die Maschine verliessen, waren voll des Lobes. Erstaunlich zu erfahren, dass im Innern der Maschine der Lärm fast gar nicht zu bemerken war. Der Flug generell verlief ruhig und die Sicht war ausgezeichnet. Unter den Passagieren befanden sich auch zwei Gewinner der „Dream Card“, welche zur 100-Jahr Feier der Schweizer Kantonalbanken geschaffen wurde. Dazu mehr in einem separaten Bericht auf glarus24.

„Wir haben zum Glück noch viel Ersatzmaterial, sodass dieser Flieger noch viele Jahre in Betrieb bleiben wird. Obwohl im Moment noch genügend Piloten im Einsatz sind, haben wir hier mit Rekrutierungsproblemen zu kämpfen. Obwohl grosses Interesse von jungen Piloten besteht, sind praktisch fast keine Ausbilder mehr vorhanden. Zum Fliegen dieser Super Constellation braucht es aber eine Spezialausbildung.“ Der Pilot Frei, welcher seinerzeit die Maschine aus den USA in die Schweiz geflogen hatte, sprach dies mit einer gewissen Wehmut aber auch mit einer gesunden Portion Optimismus. Es wird sich hoffentlich auch in dieser Beziehung eine Lösung finden, denn das Interesse an dieser Super Constellation ist schweizweit riesig.