Ein Weihnachtsgeschenk mit Folgen

Manchmal dauert es, bis der Inhalt der weihnächtlichen Bescherung beisammen und adrett verpackt ist. Hin und wieder ist das Geschenk klein, dann wieder ungeahnt gross. Es mag auch sein, dass der Inhalt noch Rätsel birgt, ausgepackt aber noch nicht genau angeguckt ist. Für jenen Personenkreis, der sich mit dem Umbau der Kinderkrippe intensiv befasst hat, war Weihnachten ein Tag der Freude.



Das Paket traf in Form eines Briefes ein und enthielt die Bewilligung für den Umbau der ehemaligen Kinderkrippe an der Hinteren Villastrasse. Das Studium der Unterlagen wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Aber die Initianten sind gewillt, am 12. Januar mit dem Vorhaben zu starten und Anfang Juni zum Eröffnungsfest einladen zu können.

Die Umbaustimmung war derart, dass nach dem Stephanstag unverzüglich gestartet wurde. Und der Elan war riesig. Es wurden Pickel und Brecheisen eingesetzt, da und dort etwas weggeschraubt, Deckenverkleidungen runtergerissen, erste Teile der Bodenbeläge entfernt.

Bereitwillig half man sich, wenn eine Zwischenwand nicht grad nachgeben und weichen wollte oder ein Schrank den angestammten Platz nicht zu verlassen gedachte. Gewerkt wurde an diesem Tag auf allen Etagen des ehrwürdigen Gebäudes. Es entstand 1931 nach Plänen des bekannten Architekten Hans Leuzinger und steht für eine Neue Sachlichkeit – nachzulesen im Dorfführer der Gemeinde Ennenda. Am äusseren Erscheinungsbild wird sich auch nach dem aufwendigen Innenausbau nichts ändern.

Die ehemalige Kinderkrippe ist im Besitz des Hilfsvereins, der am 17. November 1845 gegründet und dessen Statuten 1883 damaligen Gegebenheiten angepasst wurden. So entstanden 1905 die damalige Gemeindekrankenpflege und 1931 die Kinderkrippe. Das Präsidium des Hilfsvereins wechselte vor zwei Jahren von Jakob Trümpi zu Andrea Fäs. Sie steht auch dem Kinder- und Elternklub Ennenda vor und leitet die Projektgruppe des Umbaus. Erfreulich und alles andere als selbstverständlich ist, dass viele junge Eltern in diesen Gremien mittun, ihr Wissen einbringen und beim Umbau helfen, wenn sie angefragt werden. Bei der gesamten Planung waren eine bemerkenswerte Kreativität, nachhaltiger Einsatz und begeisternde Sachkompetenz spürbar. Das hatte die Folge, dass die geplanten Investitionskosten von 850 000 Franken (Ausbau und Ausstattung) von verschiedenen Seiten (Banken, Institutionen. Stiftungen, Private) gutgeheissen und Unterstützungen gesprochen wurden.

Zum gesamten Projekt gehören die späteren, ganz unterschiedlichen Nutzungsformen. Im UG wird ein Begegnungsort für Primarschulpflichtige eingerichtet. Hier wird auch die Krabbelgruppe einziehen. Geplant ist ein Raum fürs Basteln, Werken und Spielen. Die Räumlichkeiten im Parterre sind samt Umschwung für ein Café vorgesehen. Mindestens einmal pro Woche wird ein Mittagstisch organisiert. Zudem eignen sich diese Flächen für Schulungen, Seniorennachmittag, private Anlässe und Ähnliches. Im ersten und zweiten Obergeschoss mieten sich eine Fotografin, die Frauenzentrale des Kantons Glarus samt Beratungsstelle, der Verein Tagesfamilien Glarus, eine homöopathische Beratungsstelle und andere ein. Diese Flächen sind bereits grösstenteils fest vergeben.

Es bleibt zu hoffen, dass die neu gültigen Termine für Baubeginn und Neubezug eingehalten werden können. Der Optimismus des Teams und der Einsatz der Verantwortlichen werden mithelfen, etwaige Probleme zielorientiert und kompetent anzugehen.