Die Jubiläumsmatinee war nach dem Gottesdienst zum Reformationssonntag angeboten. Eine kleine Rede von Susanne Abesser galt Geschichtlichem, dem Wert in der Gemeinschaft singen zu dürfen, der Freude an wechselvoll Musikalischem und den grossen Verdiensten der Chorverantwortlichen. Einiges ist bemerkenswert – das 50-jährige Bestehen eines Kirchenchors ist alles andere als selbstverständlich, die Gründung und die beharrliche Aufbauarbeit durch Ruedi Ferndriger umfasste 47 Jahre, bevor Magdalena Mattenberger die Leitung und Weiterführung erfreulicherweise übernahm. Und nun tun neue Leute mit, andere haben aufgehört, es hat sich eine engagierte Sängerschar zusammengefunden, die sich Konzerten und der Mitwirkung an kirchlichen Feiern widmet.
Für die Jubiläumsmatinee war ein gehaltvolles, festliches und abwechslungsreiches Programm mit einigen Kostbarkeiten zusammengestellt worden. Magdalena Mattenberger konnte sich auf die Sängerinnen und Sänger verlassen und mit den «glarner landstriichern» auf ein routiniertes einfühlend gestaltendes Instrumentalensemble zählen. Die jugendlichen Instrumentalisten hatten ein forderndes, grosses Programm zu bewältigen, sie taten das kenntnisreich und überzeugend, nahmen die klaren Weisungen der musikalischen Leiterin konsequent auf und waren der Chorgemeinschaft eine hilfreiche Stütze. Magdalena Mattenberger dirigierte mit spürbarer Kompetenz, sehr aufmerksam, werktreu. Mit Dietrich Buxtehudes Kantate «Der Herr ist in mir» erfolgte die gehaltvolle Einstimmung. Die Tempi waren klug gewählt, das Halleluja erklang in urchiger Herzlichkeit. Johann Pachelbel (1653–1706) schrieb die Ciacona in f-moll für Orgel. Ruth Illi liess eine beinahe meditative Einstimmung aufkommen, dies zu einem Stück, das Herzlichkeit, Inniges, Glanz und Freude, Jubel und oft Wirbliges zum Inhalt hatte. Alessandro Marcello (1673–1747) komponierte das Concerto d-moll für Oboe und Orchester. Roberto Cuervo Alvarez, der aus Spanien stammende Oboist, holte sich mit seinem frischen, virtuosen, kunstreichen und einfühlenden Ausgestalten viel Anerkennung. Das Orchester begleitete präzise und die Intentionen des Solisten in hervorragender Weise mittragend. Das Magnificat RV 610 für Soli, Chor und Orchester stammt von Antonio Vivaldi (1678–1741). Die Einstimmung verlangte von den Chorleuten recht viel, lange Passagen galt es mit Intensität zu füllen – keine leichte Aufgabe. Solistisch gestalteten die Sopranistin Martina Küng und Schoschana Kobelt, Alt aus. Martina Küng interpretierte mit Leichtigkeit und Eleganz, ihrer Stimme fehlt allerdings ein gewisses Volumen, das ein breit ausholendes, kraftvolles Singen erlaubt. Schoschana Kobelt setzte in ihrem Part warme, wohlklingende Akzente.
Mit dem Choralsatz «Jesus bleibet meine Freude» aus der Kantate BWV 147 von Johann Sebastian Bach (1685–1750) für Chor und Orchester wurde diese festliche Matinee abgeschlossen. Irgendwie störend, zuweilen in unpassenden Momenten, klang Beifall inmitten von Kompositionen auf. Es müsste im Programm wohl eine Applausordnung festgelegt werden. Die vielen Blumensträusse passten zur Festlichkeit und spürbaren Herzlichkeit und bedeuteten auch verdiente Wertschätzung und Aufmunterung auf dem Weg in die musikalische Zukunft des Kirchenchors.
SVP Schweiz tagte im Glarnerland






