Eine kämpferische Bauerngruppe erreicht etwas

An der ersten Hauptversammlung der Bauerngruppe Glarus Süd informierte Alois Brand aus dem Urnerland, wie dort eine Bauerngruppe ihre Anliegen erfolgreich durchsetzen konnte.




Moderiert von Vorstandsmitglied André Siegenthaler berichtete Alois Brand über die im Nachbarkanton gebildete AG Pro Kulturland Uri. Vor zehn Jahren standen die Bauern im Kanton Uri vor einer grossen Herausforderung, sagte Brand. Trotz grossen Eingriffen ins und Verlust von Kulturland durch Neat, Hochwasserschutz oder Umfahrungsstrassen wurden die Bauern nicht ernst genommen. Einige Bauern bildeten darauf eine Arbeitsgruppe, und daraus entstand die AG Pro Kulturland Uri. In zahlreichen Gesprächen, Eingaben, Veranstaltungen oder politischen Vorstössen erreichte diese, dass nur das gesetzliche Minimum ins kantonale Planungs- und Baugesetz aufgenommen und vom Stimmvolk genehmigt worden ist. «Landwirtschaft und Bauern brauchen aber eine starke Lobby», fuhr Brand fort. Wichtig sei daher, dass die Bauern auch politisch verankert seien. Notwendig seien zudem gute Dossierkenntnisse und das Einhalten von Eingabefristen. «Wir Bauern müssen kämpfen und zusammenstehen», sagte der Urner zum Schluss seiner Rede und wünschte den Glarner Bauern im Süden viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Ziele.

Neues Vorstandsmitglied

Co-Präsident Jakob Hefti schilderte in seinem Jahresbericht, wie sich nach dem Vorliegen der Nutzungsplanung Glarus Süd eine Kerngruppe gebildet hatte, die die Bauern zur Teilnahme an der Gemeindeversammlung mobilisieren konnte. Nach der Rückweisung des Nutzungsplans wurde die Bauerngruppe Glarus Süd gegründet. «Wir haben bewiesen, dass auch eine bäuerliche Gruppe in der Lage ist, an einer Gemeindeversammlung etwas zu erreichen», erklärte Hefti weiter. Fürs 2018 gelte es nun, die Planabschnitte mit den Bauern bis im Herbst genau zu studieren.

Die erste Hauptversammlung der Bauerngruppe Glarus Süd unter der Leitung von Co-Präsident Thomas Elmer genehmigte alle Geschäfte diskussionslos. Der bisherige, nur aus Männern bestehende Vorstand, konnte mit der Wahl von Edith Bäbler aus Engi ergänzt werden.

In der allgemeinen Diskussion erklärte Heinrich Schmid aus Bilten, dass die Unterländer mit der Bauerngruppe Glarus Süd einen regen Austausch pflegen wollen. Fritz Waldvogel, Präsident Glarner Bauernverband, äusserte sich dankbar darüber, dass es diese Bauerngruppe gebe, die Druck machen und etwas erreichen könne. Selbst Kaspar Luchsinger, Gemeinderat Glarus Süd, vertrat die Meinung, dass es diese Organisation brauche, und er hoffe, dass man gemeinsam eine Lösung finden werde.

Der Vorstand, bisher nur aus Männern bestehend, wurde mit einer Frau ergänzt.