Eine Kultursprinterfahrt wird zum Gefühlsereignis

Am letzten Samstag, dem ersten im August, war es wieder so weit. Der durchgelüftete Glarner Kultursprinter öffnete seine Türen für die fahrende Lesung ins Glarnerland. Ohne Klimaanlage, dafür mit einem eigenen Tourenführer, ging es auf eine Reise – eine Reise ins Land der «Emil-Zopfi-Erinnerungen und Berggefühle».




Samstag, 3. August, Abfahrt 09.40 Uhr am Zürcher Hauptbahnhof: Ein kleiner Kreis von Emil-Zopfi-Fans startet unter der Moderation von Hansrudolf Frey zu einer Reise, bei der sie nur wissen, dass sie am Ende, in Braunwalds BSINTI, eine Lesung aus dem Buch «Kilchenstock» erwartet. Noch ahnen sie nicht, dass sie bei der Reise immer wieder aus den Fenstern zu Bergen schauen werden, von denen sie die eine oder andere persönliche Zopfi-Geschichte erfahren.

Die Liebe zu den Bergen und dem Bergklettern

Noch nie war eine Kultursprinterfahrt so sehr auf die Umgebung entlang des Zuggleises gerichtet, wie am 3. August. Zu vielen Bergen gab der begeisterte Bergkletterer eine Geschichte preis. Er liess sein Publikum immer wieder aus dem Fenster schauen und zeigte auf die Berge, von denen er gerade erzählte. Er berichtete von Touren mit seiner Frau, die ebenfalls begeisterte Berggängerin ist, erzählte von Geschichten und Büchern anderer Autoren, von seinen eigenen teils auch tragischen Erlebnissen am Berg. Auf die Frage, für was er sich entscheiden würde, wenn er zwischen all seinen Büchern und den Erlebnissen, Bildern am Berg wählen müsse, antworte er: «Ganz klar wohl dennoch für die Berge. Mir war es immer wichtiger als alles andere, diese Natur so erleben zu können.»

Wenn der Kilchenstock kommt

Über 40 Bücher, die Geschichte, Hintergründe, Fachwissen und Emotionen vereinen, schrieb er bereits. Was noch folgen könnte, verriet er ebenfalls im Bücherwagon. Ein Buch schrieb er bereits vor über 17 Jahren. «Der Kilchenstock» – in Braunwalds Lese- und Kulturcafé BSINTI berichtete Emil Zopfi, wie er von der Auszeichnung zum Sommerbuch des Jahres 2013 erfahren hatte und las einige Passagen daraus vor. Passagen, die in Braunwald an die 40 Menschen so interessierten, dass sie trotz 30 Grad eintraten und gespannt den Erzählungen rund um den gegenüberliegenden Kilchenstock lauschten – im Einklang mit dem Dorfmarkt Braunwald und den Sonnenstrahlen wieder mal eine gelungene Sache.


Wohl auch für das Ehepaar Zopfi, die an diesem Tage natürlich nicht die Bahn hinunter ins Tal nahmen, sondern sich noch eine kleine Wanderung über den Oberblegisee gönnten.