Eine neue Stufe der Beethoven-Interpretation

Zum traditionellen Regierungskonzert wird jeweils eines der ausgezeichneten Schweizer Berufsorchester nach Glarus eingeladen. Der Anlass findet nicht nur bei der Glarner Bevölkerung begeisterten Anklang, sondern bewirkt eine Ausstrahlung, die weit über die Kantonsgrenzen hinausreicht.



Der aus Zagreb stammende Dejan Lazic spielt am Regierungskonzert den Klavierpart. (Bild: zvg)
Der aus Zagreb stammende Dejan Lazic spielt am Regierungskonzert den Klavierpart. (Bild: zvg)

Nach dem Regierungskonzert 2006 bietet sich am Freitag, 12. Februar, noch einmal die Chance, die weltweit gefeierten und preisgekrönten Beethoven-Interpretationen von Antonini und dem Kammerorchester Basel zusammen mit dem Pianisten Dejan Lazic in Glarus live mitzuerleben.

Carl Maria von Weber…

Als Auftakt steht allerdings nicht Beethoven, sondern dessen Zeitgenosse Carl Maria von Weber auf dem Programm. Im Schatten seiner berühmten Oper «Der Freischütz» steht Webers gesamtes übriges Oeuvre mit durchaus gelungenen Werken. Darunter findet sich das virtuose und packende Konzertstück für Klavier und Orchester in f-Moll.

…Populäres Klavierkonzert

In seinem dritten Klavierkonzert fügt Ludwig van Beethoven den dramatischen, zerklüfteten Kopfsatz, den verklärten Mittelsatz und das launische Rondo zu einem kontrastreichen Ganzen zusammen. Gerade diese Gegensätzlichkeit im Werk dürfte Dejan Lazic liegen: Er ist ein Künstler, der in seinem Klavierspiel die Extreme sucht und sie schonungslos einander gegenüberstellt – auf das Resultat darf man gespannt sein!

«Symphonie par excellence»

Beethoven bezeichnete seine Siebte Sinfonie schon als «eine meiner vorzüglichsten», und der Musikphilosoph Theodor W. Adorno nannte sie die «Symphonie par excellence». Schon die lange Einleitung mit dem Oboensolo im 1. Satz weist auf ein prachtvolles Werk hin. Der zweite Satz nimmt seines bedrückenden Charakters wegen die Position des «langsamen Satzes» ein. Nach einem rasenden Scherzo folgt der tänzerische Schlusssatz, der eine schon fast obsessive Wirkung erzielt und die Sinfonie überaus kraftvoll beschliesst.
Die Kombination des Kammerorchesters Basel mit Giovanni Antonini und Dejan Lazic hat sich schon vor vier Jahren als Glücksfall erwiesen, und so darf man getrost sein, dass dem Glarner Publikum mit dem Regierungskonzert 2010 eine weitere musikalische Sternstunde bevorsteht.