Eine regionale landwirtschaftliche Strategie soll ausgearbeitet werden

Der Regierungsrat beschliesst einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 160 000 Franken für die Ausarbeitung einer sogenannten regionalen landwirtschaftlichen Strategie.



Mit der Agrarpolitik 2022 (AP 22+) soll jede Region in der Schweiz eine angepasste Landwirtschaftsstrategie entwickeln. Im Rahmen der Vernehmlassung hat sich der Kanton Glarus positiv zur Erarbeitung einer regionalen landwirtschaftlichen Strategie (RLS) geäussert. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) führt gegenwärtig in fünf Regionen Pilotprojekte durch. Mit der Arbeit im Kanton Glarus wird Anfang 2021 begonnen, unter Einbezug der Gemeinden, Umweltverbände und den Landwirten. Der Schlussbericht wird anfangs 2023 erwartet. 

Eine RLS Glarnerland ermöglicht es, spezifische kantonale Aspekte gezielt anzugehen. Dabei soll nicht nur die Biodiversität auf überbetrieblicher Ebene (Vernetzung, ökologische Infrastruktur auf landwirtschaftlichen Nutzflächen) und die Landschaftsqualität avisiert werden, sondern eine nachhaltige Ressourcennutzung insgesamt. In der AP 22+, die sich gegenwärtig in der parlamentarischen Beratung befindet, sollen zugunsten einer nachhaltigen Ressourcennutzung verbindliche Absenkpfade festgelegt werden. Die Absenkpfade betreffen Pflanzenschutzmittel wie auch die Stickstoff- und Phosphorbelastung sowie Ammoniak-Emissionen. Von der Reduktion bei der Stickstoffbelastung und den Ammoniak-Emissionen ist die Glarner Landwirtschaft direkt betroffen. Damit rückt auch auf kantonaler Ebene die durch die Landwirtschaft verursachte Klimabelastung in das strategische Blickfeld.

Die Ausgestaltung einer standortangepassten Landwirtschaft bedarf einer regionalen Konkretisierung. Vereinfacht lautet die Fragestellung: Mit wie vielen Kühen können die rund 7000 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche und die 14 000 Hektaren Sömmerungsweiden nachhaltig genutzt werden? Welche gemeinwirtschaftlichen Leistungen hat die Glarner Alp- und Landwirtschaft auf diesen Flächen zu erbringen?

Eine RLS soll auch die Infrastruktur wie Stallbauten der Heimbetriebe, Alpgebäude, Erschliessungen durch landwirtschaftliche Güterwege und die Entwässerung der meliorierten landwirtschaftlichen Nutzflächen berücksichtigen. Die Unterstützung der landwirtschaftlichen Infrastruktur ist eine Verbundaufgabe von Bund und Kanton und bindet pro Jahr rund 1,2 Millionen Franken an kantonalen Mitteln. Eine RLS soll deshalb auch die voraussehbaren Investitionen abschätzen.