Während fünf Tagen wurden die Jugendlichen zur Improvisation sowohl im Tanz wie auch in Theaterszenen herausgefordert. Improvisieren hiess aber nicht, Ungeordnetes zu pflegen. Es hiess vielmehr Einfälle, Zufälle, Eindrücke, Erlebnisse und Begebenheiten innerer und äusserer Art auszudrücken, zu formen und ihnen Gestalt zu verleihen. Die Aufgabe im Fach Theaterpädagogik bestand darin, verschiedene Gegenstände zu verfremden oder sie ins Spielgeschehen mit einzubeziehen.
Im ersten Teil wurde mit Objekten aus dem Schulzimmer phantasiert und improvisiert. Dabei sind Kurzszenen entstanden, welche als Pantomime (zum Teil mit Musik untermalt) dargestellt wurden. Im zweiten Teil wurde eine Geschichte rund ums Objekt als Sprechtheater gestaltet. Dabei diente eine Kiste voll alter Kleider und Requisiten zur verschiedenen Rollenunterstützung. Mit viel Lust am Spiel wurde das Märchen „Hänsel und Gretel“ auf komödiantische Weise mit zeitgenössischen Charakteren (Streetparade Girl, Ritter) bespickt. Die eigenen Freizeitobjekte wurden auf dramatische Art ins Geschehen mit einbezogen. Dass dies Stoff für ein Kriminalstück lieferte, lag auf der Hand.
Im Tanz wurde anhand der Form, Funktion, Beweglichkeit und Beschaffenheit der Objekte, Bewegungsmaterial gesucht. Der Versuch, die Gegenstände zu bewegen oder sich ihren Bewegungen anzupassen, aber auch sie in einer verfremdeten Weise phantasievoll zu verwenden, zeigte sich in verschiedenen Gruppenchoreografien. Dabei entstanden vielfältige Tanzeinlagen verschiedener Stilrichtungen, die mit Körperbewusstsein und Einfühlungsvermögen in Szene gesetzt wurden. Es zeigte sich, dass Theater- und Tanzpädagogik nicht nur als lustvoll und abwechslungsreich erlebt wird, sondern dass diese Fächer als machtvolle Bildungsmittel dienen. Es ist ein Mittel die eigene Person zu überschreiten, der Erkundung von Menschen und Schicksalen und der so gewonnenen Einsicht.
Ob es nun das wortlos, körperliche , das sprechende, mimische oder das tänzerische Spiel war, die Lernenden waren äusserst konzentriert und mit viel Herzblut dabei. Das Publikum dankte es allen Mitwirkenden mit einem warmen Schlussapplaus.
Verkehrsunfall in Bilten



