Einkehrtag: Ein positives Erbe hinterlassen

Musik, Vortrag, Beisammensein bei Speis und Trank: Dies beinhaltet der Einkehrtag von «Frauen für Frauen im Glarnerland» (Evangelische Frauenhilfe). Für ein positives Erbe plädierte in Glarus die Theologin und Autorin Dr. Debora Sommer.




Wir alle haben ein Erbe erhalten und werden eines weitergeben. Was wir empfangen haben, prägt unseren Lebenslauf. Worauf müssen wir achten, damit er gelingt? Was wollen wir einmal weitergeben? Und welche Rolle spielt Gott in diesem Lauf?

Damit befasste sich am vergangenen Samstag Dr. Debora Sommer in ihrem Referat anlässlich des Einkehrtages für Frauen im reformierten Kirchgemeindehaus Glarus. Sie benutzte dazu das Bild des Staffellaufs. Der Stab erinnert daran, dass wir Teil der Geschichte sind, die lange vor uns begonnen hat und nach uns weitergehen wird. Dieses Bewusstsein konfrontiert uns auch mit unserer Vergänglichkeit. «Es ist von grösster Bedeutung für unser Leben, dass wir es zwischendurch in einer anderen, grösseren Dimension sehen», so die Theologin.

In der Bibel erkennt man bezüglich Generationen zwei Linien: eine Fluch- und eine Segenslinie. Unsere Wahl entscheidet, wohin es geht. Unveränderlich über dieser Geschichte der Generationen steht Gott.

Viele positive Dinge

Doch was ist uns zusammen mit dem Staffelstab übergeben worden? Positives oder Negatives? «Bei aller Unterschiedlichkeit der Lebensentwürfe, der Unterschiedlichkeit der Kulturen, der weltgeschichtlichen Ereignisse, der technologischen Erneuerungen gibt es viele positive Dinge, die der Schöpfer bei jeder Stabübergabe in die nächste Generation hineinfliessen lässt», sagte Debora Sommer. Als «göttliches Erbe an die Menschen» nannte sie vier Punkte: Männer und Frauen sind Botschafterinnen des göttlichen Wesens (Gott-Ebenbildlichkeit). Gottes Atem fliesst über alle Generationen zu mir. Gott hat jeden Menschen mit viel Liebe einzigartig und wundervoll geschaffen. Und er hat uns alle mit einem freien Willen ausgestattet.

Aber es gibt auch Stolpersteine und Hürden auf unserem Lebenslauf. Zu den mächtigsten gehören laut der Referentin Lebenslügen. Diese können so viel Macht auf uns ausüben, dass wir beginnen, sie zu glauben. «Worte können schrecklichen Schaden im Leben eines anderen Menschen oder ganzer Familien anrichten.»

Einander unterstützen und ermutigen

Wie gelingt denn unser Lauf, sodass wir bei der Stabübergabe ein positives Erbe übergeben können? «Heil werden in Gottes Gegenwart, anderen ein Segen sein, Teil von Gottes Geschichte werden, in andere investieren – unserem Wesen entsprechend», so die Antwort der Theologin. «Unterstützen und ermutigen wir einander, unseren Lauf zu laufen. Mögen wir heute an diesem Tag etwas vom Schatz und Reichtum des Miteinanders erfahren.»

Präsidentin Monika Dürst-Legler verdankte die tiefsinnigen Gedanken: «Wir können alle etwas mitnehmen.» Ebenso dankte sie Heidi Blumer für das Klavierkonzert zu Beginn des Einkehrtages. Bei Gerstensuppe, Kaffee und Kuchen genossen die Frauen noch das Beisammensein, ehe sie gestärkt und bereichert nach Hause zurückkehrten.