Einmal Mut heisst nicht immer Mut

An einem weiteren Workshop im Rahmen der Kampagne „Stark durch Erziehung“ setzten sich alle Teilnehmerinnen unter Leitung von Rebecca Feldmann mit dem Thema Mut auseinander. Ein breites Feld für mutiges Handeln und Artikulieren wurde auf abwechslungsreiche Weise erarbeitet.



In kleinen Gruppen wurde das Thema „Mut zur Ermutigung“ in seiner ganzen Breite erarbeitet. (Foto: rzw)
In kleinen Gruppen wurde das Thema „Mut zur Ermutigung“ in seiner ganzen Breite erarbeitet. (Foto: rzw)

Nach der Geburt eines Kindes zeigt sich schon, wie stark ein Baby seine Gefühle mitteilt. Mutig sind jedoch alle in den ersten Lebensjahren, ohne dass Eltern sich dessen oftmals bewusst sind. Schon in den ersten Lebenstagen meldet das Baby seinen Anspruch auf Essen und Nähe an, in späteren Entwicklungsphasen lebt es auch weiterhin seinen Gefühlen unmissverständlich nach, denn sein Mut ist ungebrochen auf freie Willensäusserung ausgerichtet. Den Eltern ist es gegeben, ihren Kindern in dieser Phase des freien Nachlebens der Gefühle Führung zu sein, um zusammen Grenzen abzustecken. Ob dies gelingt, hängt jedoch stark von der eigenen Prägung der Eltern in ihrer eigenen Kindheit ab. Wichtig erschien die Erkenntnis am Workshop, dass gerade an der Schwelle vom Kind hin zum Jugendlichen immer wieder neu erprobt werden muss, was Mutigsein in ganz verschiedenen Lebens-Situationen bedeutet. Jeder Mensch durchlebt von der Geburt bis hin zum Erwachsenenleben verschiedene Phasen der Mutbildung, vorerst zusammen mit den Eltern und später erwächst aus eigener Dynamik heraus sein eigenes Mutprofil.

Angst vor Mut



So unterschiedlich wie wir Menschen sind, so unterschiedlich gehen wir auch mit unseren Ängsten um. Denn Mutigsein bedeutet mehrheitlich nicht weniger als Angst überwinden, wobei dies wiederum auf ganz verschiedene Weise geschehen kann. Bewusstsein schaffen und sich unsere eigenen Ängste eingestehen, dies allein ist schon ein mutiger Schritt, der auch mit Hilfe von Aussen dazu führen kann, eigene Unsicherheiten zu überwinden. Breitet sich am Ende der Auseinandersetzung mit der eigenen Angst ein befreiendes Gefühl aus, gehen wir künftig auch mutiger mit unseren Ängsten um. Denn wichtig für die Kinder ist das Miterleben, wie Eltern sich in schwierigen Situationen verhalten. Das stärkt ihr Vertrauen in die Handlungsweise ihrer Eltern und ermutigt die Kinder vorbildlich im Umgang mit schwierigen Situationen im eigenen Leben.