Elektro-, Hybrid- und Erdgasautos in Glarus

Im Rahmen des Klausenrennens und des Klausenkongresses zeigen die Autogaragen aus der Region am 27. und 28. September 2013 auf dem Cityplatz in Glarus eine Sonderschau «Ecocar-Expo» mit Elektro-, Hybrid- und Erdgasfahrzeugen. Besondere Attraktion: unverbindliche Probefahrten mit direkten Vergleichsmöglichkeiten.




Benzin- und Dieselfahrzeuge sind zwar in den letzten Jahren markant sparsamer geworden. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass diese fossilen Treibstoffe nicht erneuerbar sind, d.h. irgendwann müssen sie ersetzt werden. Es gibt gute Gründe, nicht zuzuwarten, bis der letzte Tropfen «verfahren» ist, gibt es doch andere Anwendungsgebiete wie beispielsweise der Flugverkehr oder die Kunststoffherstellung, bei denen die Aussichten auf einen Ersatz noch schlechter sind als für Strassenfahrzeuge.

Seit einigen Jahren bieten die grossen Autohersteller Alternativen auf dem Markt an. Zwei Ansätze stehen im Vordergrund: Neue Treibstoffe wie Erdgas/Biogas und der Elektromotor als teilweiser oder vollständiger Ersatz des Verbrennungsmotors.

Alternativen zu Benzin und Diesel

Biogas kann dem Erdgas beigemischt werden, welches anstelle von Benzin einen Benzinmotor antreibt. Biogas hat das CO2, welches beim Verbrennen freigesetzt wird, in der Wachstumsphase der Umgebung entzogen und gilt deshalb als CO2-neutral. Nachhaltige Biotreibstoffe (also nur Stoffe, welche nicht als Nahrungs- oder Futtermittel verwendet werden) könnten rund 10 Prozent des heutigen globalen Treibstoffverbrauchs ersetzen – nicht genügend, um das Problem vollständig zu lösen, aber doch ein nicht zu vernachlässigender Beitrag.

Der Elektromotor hat dank des hohen Wirkungsgrades einen deutlich geringeren Energieverbrauch als die heutigen, bereits weitgehend optimierten Benzin- und Dieselautos. Dem steht das vergleichsweise hohe Gewicht und die begrenzte Speicherkapazität der Batterien gegenüber, was die Reichweite mit einer Batterieladung auf wenige hundert Kilometer beschränkt. Zudem dauert das Laden der Batterien mehrere Stunden.

Hybridisierungsstufen

Neben den reinen Elektroautos haben sich in den letzten Jahren Hybridautos auf dem Markt etabliert. Sie haben einen Verbrennungs- und einen Elektromotor. Letzterer dient vor allem zur Rückgewinnung der Bremsenergie und zum Ausgleich der Leistungsspitzen. Dadurch sinken Treibstoffverbrauch und CO2-Emissionen um je bis zu 30 Prozent, die Freisetzung von Luftschadstoffen nimmt sogar noch stärker ab.

Plug-in-Hybridfahrzeuge sind Hybridautos mit grösseren Batterien, die auch an der Steckdose geladen werden können. Damit können sie für kürzere Strecken als Elektrofahrzeug eingesetzt werden.

Elektroautos mit Range Extender haben einen herkömmlichen Verbrennungsmotor, der in der Fahrt als Generator dient und entweder direkt den Elektromotor mit Strom versorgt oder die Batterien lädt. Dadurch, dass für die längeren Fahrten ein Verbrennungsmotor zu Hilfe genommen wird, kann die Batteriegrösse kleiner gewählt werden, was sich positiv auf die Fahrzeugkosten auswirkt. Gleichzeitig kann die Reichweite mit einer «Tankfüllung» auf mehrere hundert Kilometer vergrössert werden.

E-Bikes und E-Scooters

Vor zehn Jahren noch beinahe unbekannt, sind E-Bikes heute aus unserem Strassenbild nicht mehr wegzudenken. Die Fahrzeuge unterscheiden sich nicht nur optisch, auch technisch gibt es grosse Unterschiede, welche das Fahrgefühl entscheidend beeinflussen.

Insbesondere das Segment der sogenannt schnellen E-Bikes (mit einer Motorunterstützung bis zu 45 km/h) wächst zurzeit rasant. Nahtlos anschliessend wird für die nächsten Jahre eine Entwicklung bei den E-Mofas, E-Scooters und sogar Elektro-Motorräder erwartet.

Unverbindlich Probe fahren und sich informieren

An der Ecocar-Expo auf dem Cityplatz in Glarus informieren e'mobile, der Schweizerische Verband für elektrische und effiziente Strassenfahrzeuge, und NewRide, das Schweizer Förderprogramm für Elektro-Zweiräder, zusammen mit den Fahrzeuganbietern der Region über all die vielfältigen Fragen wie Schnellladung, Umweltbelastung durch die Herstellung und Entsorgung der Batterien, Gesamtkosten, sinnvolle Einsatzgebiete. Im Zentrum stehen die Probefahrgelegenheiten.

Die Ausstellung wird unterstützt von der Energiefachstelle des Kantons Glarus und von EnergieSchweiz.

Interessierte können die ausgestellten Fahrzeuge unter kompetenter Instruktion kostenlos Probe fahren. Führerausweis nicht vergessen!

Öffnungszeiten: Freitag, 27. September, 12.00 bis 19.00 Uhr; Samstag, 28. September, 09.00 bis 17.00 Uhr

Liste der ausgestellten Fahrzeuge und weitere Details: www.e-mobile.ch.

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Regierungsrat Marti von Elektroauto begeistert

Regierungsrat Robert Marti wollte es wissen. Er liess sein Auto eine Woche lang in der Garage und setzte statt dessen einen Nissan Leaf ein. Nach rund 400 km ist er überzeugt: «Der Weg in die elektromobile Zukunft ist definitiv geebnet: Der Nissan Leaf hat voll überzeugt und Spass gemacht!» Nach kurzer Instruktion stellte er schnell fest, dass die Bedienung eines Elektroautos überhaupt keine Hexerei ist. Einzig die begrenzte Reichweite war gewöhnungsbedürftig. Dank den zuverlässigen Anzeigen ist er aber nie stehen geblieben. Auch das Laden war problemlos: Am Abend einstecken und am nächsten Morgen mit voller Batterie wieder losfahren. Für Robert Marti steht es ausser Zweifel, dass diese Fahrzeuge sich in den nächsten Jahren auf dem Markt durchsetzen werden. «Wichtig ist, dass sie bekannt gemacht werden, durch die Werbung der Autoindustrie und durch Kampagnen wie Ecocar-Expo auf dem Cityplatz.»

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20 m2 Sonne für ein Elektroauto

Wie viel Fläche Fotovoltaik benötige ich, um mein Elektroauto solar zu betreiben? Diese Frage hängt natürlich von diversen Faktoren ab, z. B. von der Sonnenscheindauer oder von der Einsatzintensität des Fahrzeuges. Als Faustregel für einen Jahresdurchschnitt lässt sich folgendes sagen: 1 m2 Fotovoltaik ergibt pro Jahr eine Energiemenge von zirka 100 kWh. Ein modernes Elektroauto hat einen Durchschnittsverbrauch von rund 20 kWh/100 km. D.h., eine Fotovoltaik-Anlage von 20 m2 Fläche produziert pro Jahr Strom für zirka 10 000 km im Elektroauto.