Schach unterscheidet sich in einem Punkt stark von Schwingen: Das Kampfgelände besteht noch aus Massivholz. Wer zu Boden geht, fällt härter. Ausgerechnet das haben die Glarner bis zur Sommerpause ausgiebig geübt und waren nach einer Serie von fünf Niederlagen eigentlich parat, mal wieder Punkte einzufahren. Jedenfalls konnte Glarus erstmals in dieser Saison beinahe in Bestbesetzung antreten. Zu Gast war ungeschlagene Leader Réti Zürich, der jedoch seinerseits Personalprobleme hatte und nur mit 7 Spielern anreiste. Somit durfte sich der am Brett 8 aufgebotene Oswald Bürgi über einen Gratis-Sieg freuen. Auch sonst erschien Réti ersatzgeschwächt, aber immer noch mit einer ausgeglichenen Mannschaft, die es zuerst einmal zu schlagen galt.
Glarus gibt den Ton an
Bereits nach rund 75 Minuten Spielzeit wurde der erste Friedenschluss besiegelt. Niko Pogan akzeptierte ein Remisangebot seines Gegners am Brett 1. Syang Zhou war alles andere als friedfertig unterwegs. Er wirbelte die Stellung des bisher bei den Zürchern sehr erfolgreichen Seniors Carmi Haas am 2. Brett gehörig durcheinander und buchte den vollen Punkt für Glarus. Olga Kurapova doppelte mit einem schönen Angriffssieg am Brett 7 gleich nach. Glarus führte, wie schon einmal vor der Sommerpause, mit 3,5:0,5 Punkten, bevor damals noch vier Niederlagen folgten. Und schon kam es wieder, das komische Gefühl, denn Guido Neuberger musste sich am Brett 6 geschlagen geben. Doch diesmal machte Dimitry Atlas am Brett 5 mit einem Sieg den Sack zu. Glarus führte uneinholbar mit 4,5:1,5 Punkten. Ingo Meyer erzielte bei seinem ersten Einsatz am Brett 4 ein Unentschieden gegen einen gleichwertig eingestuften Gegner. Markus Räber, der am Brett 3 früh eine Figur für 3 Bauern geopfert hatte, brachte seine gute Stellung souverän nach Hause und erhöhte zum klaren 6:2-Sieg für die Glarner.
Noch immer droht der Abstieg
Der Sieg gegen Réti kommt für den Schachklub Glarus sehr willkommen, er hilft jedoch Fridlis Mannen noch nicht aus der Abstiegszone der NLB. Glarus steht immer noch auf dem zweitletzten Rang und kann diesen nur mit einem Sieg in der nächsten Runde gegen Olten abgeben. Auch gegen die bisher sieglose Schachgesellschaft Zürich ist in der 8. Runde ein Sieg Pflicht. Die Mission Ligaerhalt hat also mit dem Sieg gegen Réti zum letztmöglichen Zeitpunkt erst angefangen.
Die Resultate
Glarus 1–Réti Zürich 2 6:2
FM Niko Pogan (2223)–Peter Meier (2077) remis
Syang Zhou (2233)–Carmi Haas (2103) 1:0
Markus Räber (2240)–Batuhan Iliev (2140) 1:0
Ingo Meyer (2112)–Emmanuoil Sakaridis (2106) remis
FM Dimitry Atlas (2201)–Anselm Schönbächler (2087) 1:0
Guido Neuberger (2099)–Lukas Oestmann (2065) 0:1
Olga Kurapova (2001)–Fabian Lang (1952) 1:0
Oswald Bürgi (2043) 1:0 forfait
Rangliste NLB Ostgruppe
Rangliste nach 6 von 9 Runden
1. Winterthur 2 10/30
2. Réti Zürich 2 10/28,5
3. Swisschess Acaemy Lugano 9/29,5
4. Bodan 1 8/28
5. Nimzowitsch Zürich 1 8/26
6. St. Gallen 1 5/22,5
7. Olten 1 4/21
8. Trubschachen 1 4/19
9. Glarus 1 2/21
10. Zürich 2 -1/14,5
Text: Martin Dürst und Daniel Jenny




