Ennendaner Frauen setzen sich für Benachteiligte nachhaltig ein

Helfen und Unterstützen, Sensibilisieren und Begleiten werden von den beinahe 20 Frauen, die dem Kirchlichen Arbeitskreis Ennenda angehören, nicht an die grosse Glocke gehängt. Taten und Erfolge werden nicht breit ausgekündigt. Alles geschieht im Stillen, beinahe im Versteckten und verdient gerade deshalb hohe Wertschätzung. Das Unterstützen durch die Bevölkerung geschieht vor allem in der vorweihnachtlichen Zeit, nämlich dann, wenn Kränze, Gestecke, gar leckere Guetzli und Strickwaren – in aufwendiger Arbeit entstanden – im Chilcheträff zum Kauf angeboten sind. Kenner wissen, dass sie sich früh genug einzufinden haben, wenn etwas besonders Schönes erworben werden soll.




Die gegenwärtig beinahe 20 Frauen haben sich in diesem kirchlichen, seit April 1992 in der heutigen Form bestehenden Arbeitskreis zusammengeschlossen. Sie führen damit eine Aufgabe weiter, die vorher Sache des Frauenvereins für Mission und Diaspora war und einst vom Pfarramt der Reformierten Kirchgemeinde initiiert wurde. Zum Mittun in der ökumenisch zusammengesetzten Gruppe sind alle eingeladen, die sich in geeigneter Form für kleine, aber sinnbringende Schritte in der Entwicklungshilfe einsetzen wollen.

Der Kirchliche Arbeitskreis versteht sich nicht als Verein. Statuten fehlen. Die Verantwortlichen haben sich Ziele gesetzt, die ein A4-Blatt füllen und bezüglich Aussagekraft klar und eindeutig sind. Unterstützt werden im Rahmen der kirchlichen Arbeit sozial und wirtschaftlich Benachteiligte im In- und Ausland. Eine aus fünf Personen bestehende Gruppe berät, wer in welcher Form unterstützt werden soll. Aus diesem Grund werden regelmässig Unterlagen des HEKS studiert und geeignete Zielgruppen ausgewählt. Die entsprechenden Projekte, unterstützt werden damit Frauen, Kinder oder in der Landwirtschaft Tätige, werden im Arbeitskreis detailliert vorgestellt und besprochen. Die Unterstützungen – gesamthaft sind das pro Jahr beachtliche 10 000 Franken – werden ohne Zutun des Kirchenrates oder der Kirchgemeinde ausgerichtet. Die Gelder werden dem HEKS und damit jenen ausgehändigt, die vor Ort tätig sind. Somit ist eine missbräuchliche Verwendung praktisch ausgeschlossen.

Rückmeldungen treffen beim Arbeitskreis zuweilen ein und haben immer einen berührenden Dank zum Inhalt. Die Mitglieder des Arbeitskreises fertigen auch regelmässig Karten, die durch den örtlichen Besucherkreis in der Adventszeit samt feinen Backwaren an Alleinstehende verteilt werden.

Die Arbeit ist unspektakulär, geschieht in aller Bescheidenheit und ist gerade deshalb wertvoll und hoch willkommen. Das Unterstützen macht Sinn, auch wenn dieses Helfen lediglich den berühmten kleinen «Tropfen auf den heissen Stein» darstellt. Es wurden beispielsweise Projekte in Rumänien und andern Ländern, die Ostschweizerische Blindenfürsorge oder die in Zürich domizilierte Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte, das «Zigerstöggli» in Hätzingen, das Menzihuus in Filzbach und die Evangelische Frauenhilfe des Kantons Glarus unterstützt.

Arbeit ist nicht einfach Arbeit. Wenn sich die Frauen einmal pro Monat treffen, wird gestrickt, geplaudert und bei Kuchen und Kaffee gerne verweilt. Die gemütliche Stubete dauert zuweilen recht lange. Aufwendiger wird die Arbeit in der Adventszeit, da wird fürs «Kranznen» und die Bereitstellung der Räumlichkeiten im Chilcheträff – im Untergeschoss des Gesellschaftshauses Ennenda – ganz viel Zeit aufgewendet, damit es an den Verkaufstagen gegen Ende November ganz festlich aussieht.

Der Kirchliche Arbeitskreis wird von Trix Tschudi als Ansprechpartnerin, Gret Egli (Finanzen), Vrene Brunner (Aktuariat), Päuli Fäh, Maria Peter und Vreni Wichser geleitet, ideenreich, beharrlich und engagiert. Zuweilen wünscht man sich etwas mehr Verständnis und Unterstützung durch die kirchliche Behörde – auch wenn im Moment alles «rund» läuft.

Und wenn sich nun jemand zum Mithelfen entschliesst, ist das schnell erledigt:

Eine Mail an [email protected] oder eine telefonische Kontaktnahme (Trix Tschudi, 055 640 16 61) genügen – schon ist man dabei und hat den Schritt nicht zu bereuen.