Enormes Interesse an Gruppenpraxis und Alterswohnungen

Ein Infoanlass über Gruppenpraxis und Alterswohnungen in Schwanden war derart gut besucht, dass der «Adler»-Saal fast aus den Nähten platzte. Vorgestellt wurde ein Projekt im ehemaligen Electrolux-Gebäude.



Nachdem viele, viele Stühle zusätzlich in den «Adler»-Saal geschafft worden sind, eröffnete Renato Kamm den derart gut besuchten Anlas. Schon seit 2014 verfolge er das Projekt einer Gruppenpraxis, sagte der Schwandner Arzt. Junge Ärzte seien heute zur Übernahme einer eigenen Praxis nicht mehr bereit. Sie wollen weniger und geregelte Arbeitszeiten und keinen Notdienst mehr leisten. Hier bilde eine Gruppenpraxis die Chance, dass bei mehreren Ärzten die Arbeit aufgeteilt werden kann. Ein Projektteam in Schwanden sieht nun die Chance eine Gruppenpraxis zu gründen in den Räumen des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Electrolux an der Sernftalstrasse in Schwanden. Mit einer Gruppenpraxis kann die ärztliche Grundversorgung in Glarus Süd sichergestellt werden. Neben der Grundversorgung können in einer Gruppenpraxis auch weitere Dienste wie Ergotherapie oder Ernährungsberatung angeboten werden.

Alterswohnungen

Oberhalb der Gruppenpraxis im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Electrolux plant die Projektgruppe auch den Bau von Alterswohnungen. Carmen Kamm informierte, dass 27 Altersresidenzen mit einer Grundfläche von rund 60 m²geplant seien. Die Wohnungen sind altersgerecht eingerichtet. Es seien keine Luxuswohnungen geplant, die sich auch AHV-Bezüger leisten könnten. Die Bewohner der Wohnungen könnten auch verschiedene Dienstleistungen wie Mahlzeitendienst oder Wäscheservice in Anspruch nehmen.

Die Finanzierung des Projektes sei aufgegleist, erklärte Guiseppe Mongiovì im Namen der Firma Privama. Die Firma hat schon gewisse Vorleistungen erbracht und muss nun noch weitere Aufwendungen erbringen.

Wichtiges Umzonungsgeschäft

Gemeindepräsident Mathias Vögeli betonte, wie wichtig die ärztliche Grundversorgung in Glarus Süd auch für die Gemeinde sei. Die Gemeinde steht daher voll hinter dem Projekt von der Gruppe um Renato Kamm. Eine wichtige Hürde sei noch zu nehmen: Das Electroluxgebäude muss in die Mischzone umgezont werden. Vögeli appellierte an die Anwesenden dieser Umzonung an der Herbstgemeinde zuzustimmen.

Regierungsrat Rolf Widmer dankte der Gruppe um Renato Kamm für die Initiative. Er erinnerte daran, wie nach der Aufgabe der Arztpraxis im Sernftal die Gesundheitsdirektion zusammen mit Ärzten und Kantonsspital eine Sicherstellung der Grundversorgung in Glarus Süd gründete. Diese Sofortmassnahme der Grundversorgung sei aber nur bis 2020 garantiert. Widmer konnte feststellen, dass das Departement die Ärzteausbildung fördert und finanziert. Es bestehe eine gute Chance, dass eine Ärztin bereit wäre, später in einer Gruppenpraxis mitzuwirken.