«Er hat das Fundament gelegt, auf dem heute der Linthpark Glarus Süd steht»

Am 6. Dezember 2025 ist Louis F. Spälti verstorben. Als ruhiger «Schaffer» hatte er massgeblich dafür gesorgt, dass die Spinnerei in Linthal noch bis 2006 weiterproduzierte und im Anschluss der Linthpark Glarus Süd entstehen konnte, erinnert sich Hans Peter Keller.



(Bild: zvg)
(Bild: zvg)

«Ohne den persönlichen Einsatz und seine weitgreifenden Beziehungen wäre die Spinnerei Linthal damals, im Jahr 1996, geschlossen worden und über 80 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hätten ihren Arbeitsplatz verloren», erinnert sich Hans Peter Keller, damaliger VR-Präsident der Spinnerei Linthal AG, an den am 6. Dezember 2025 verstorbenen Louis F. Spälti. Es war eine Zeit, in der nicht nur die Existenz des Unternehmens im südlichsten Glarnerland, sondern für die ganze regionale Textilindustrie auf dem Spiel stand. «Im Gegensatz zu vielen anderen konnte hier die Produktion noch weitere zehn Jahr weitergeführt werden.»

Im Auftrag seines damaligen Arbeitgebers der Firma Gherzi Textil Beratungen AG und von Oerlikon-Bührle AG – damalige Besitzerfirma –suchte Spälti einen Käufer für das Unternehmen. Nach vielen erfolglosen Verhandlungen und Besichtigungen der Spinnerei nahm er Kontakt zu einem langjährigen Bekannten, Hans-Peter Keller auf. «Ich konnte meinen Geschäftspartner Jan Niggeler überzeugen, mit seiner Firma Niggeler&Küpfer zusammen mit der Hacontex AG in dieses Experiment einzusteigen.» Ein guter Entscheid, wie Keller betonte, denn man habe sich damals zusätzliche und für den Markt in Italien notwendige Produktionskapazität erkauft, setzte auf Standardprodukte mit maximaler Effizienz. Spälti nahm Einsitz im neuen Verwaltungsrat, denn man wollte auf jeden Fall seine grossen Erfahrungen und Beziehungen nutzen. «Wir sind rückblickend Louis Spälti äusserst dankbar, denn ohne seinen Einsatz bei den nicht einfachen Verkaufsverhandlungen wäre es nicht gelungen, damals 1996 gegen 80 Arbeitsplätze in Linthal zu erhalten.»

Spälti war in all den vielen Jahren ein engagierter Verwaltungsrat und vor allem ein wichtiger Berater, der mit seinem enormen Netzwerk und Wissen in der immer turbulenteren Zeit oft helfen konnte. «Ohne seinem Willen, seinen Beziehungen und seinen Wurzeln im Glarnerland wäre es nicht dazu gekommen, dass während zehn Jahren in Linthal weiter produziert werden konnte.» Die wirtschaftlichen Veränderungen im Textilbereich, so Keller weiter, habe auch in Linthal ihre Spuren hinterlassen. So war es unumgänglich, dass vor einigen Jahren die Maschinen doch noch abgebaut und in Bello Horizonte (Brasilien) wieder aufgebaut wurden.

Das Ende der Spinnerei war aber zugleich auch die Geburtsstunde des Linthpark Glarus Süd. Als pulsierendes Herz wurden zuerst die Wasserkraftwerke erneuert, neue Unternehmen wie Fridli Holz und Elektro Bernegger fanden ein neues Zuhause und die Linthpraxen im Gesundheitszentrum, ein Coiffure-Salon und ein Café schaffen wichtige Infrastrukturen für das Leben im Grosstal. «Neustes Kapitel der Geschichte konnte mit dem Co-Living im letzten Jahr geschrieben werden.» Das umgebaute ehemalige Garnlager beherbergt nun 23 Unterkünfte für die Mitarbeiter des Panoramahotels sowie des Märchenhotels in Braunwald. Und der Start für ein ganz grosses Kapitel dürfte sehr bald fallen, wenn der Baustart für den Wohnpark erfolgen kann. «Alles Projekte, die nur realisiert werden konnten, weil sich Spälti beharrlich für die Zukunft der Spinnerei in Linthal eingesetzt hat.»