Aufgrund gestiegener Schülerzahlen und einer Erweiterung des Angebots mit Elternabenden und Zusatzmaterialien für Lehrpersonen wurde der Leistungsvertrag mit dem Kanton Glarus heuer angepasst. Neu untersteht das Präventionsprojekt ganz dem Departement Gesundheit und Finanzen, welches die Kosten zu zwei Dritteln übernimmt, ein Drittel bleibt von den Schulgemeinden zu zahlen. Beim jährlichen Reporting konnte «wuweg» dieses Jahr auch die inzwischen abgeschlossene Evaluation des Schuljahrs 2009/2010 vorstellen – mit erfreulichem Feedback: Die standardisierte, anonymisierte Schülerbefragung ergab bei hoher Rücklaufquote ein grosses Interesse am Dargebotenen und eine zu 87 Prozent positiven Bewertung. Ein Kurz-Check über die Inhalte zeigte, dass Jugendliche grundsätzliche und wichtige Erkenntnisse zum Thema «Wie kann ich mich vor Sucht schützen?» mitgenommen haben.
Alkohol und Online-Sucht wichtige Themen
Mehr wissen würden sie vor allem gerne zu den Themen «Alkohol» und «Online-Sucht». «Das kommt nicht von ungefähr. Es sind sicher die zwei massivsten Herausforderungen, mit denen Junge heute umgehen lernen müssen»,bestätigen Andreas Kaufmann und Swantje Kammerecker, die das Co-Präsidium von «wuweg» führen und die neunköpfige Fachgruppe koordinieren. Die Konsummuster haben sich in den letzten Jahren immer wieder leicht geändert. Zigaretten rauchen werde weniger attraktiv, dafür sei das Ausprobieren der Wasserpfeife, Schnupf- und Kautabak mehr geworden. Leistungsdruck und Stress können zum vermehrten Konsum von Energydrinks und zu ungesundem Essverhalten führen. «Ziel ist, hier den Schülerinnen einen besseren Zugang zur Selbstwahrnehmung zu vermitteln und sie zu befähigen, zu sich gut zu schauen», so Kaufmann.
Unterstützung durch Vernetzung
Jugendliche haben Anrecht auf Unterstützung. Deswegen setzt «wuweg» auf gute Vernetzung, z.B. mit der Glarner Jugendarbeit, mit der BTS, sowieso mit den Schulen selber, die sich zum Teil bereits mit Schulsozialarbeit und Frühintervention für ihre Lernenden einsetzen. Auch die Eltern zu erreichen ist ein wichtiges Anliegen, dem «wuweg» mit einem zum Thema Sucht konzipierten Elternabend nachkommt. Weitere Anlässe sollen auch die Öffentlichkeit sensibilisieren: So fand im Frühjahr, gemeinsam mit der Lungenliga Glarus, in der Landesbibliothek eine Ausstellung und Impulsveranstaltung «Jugend & Rauchen» statt. Kürzlich wurde im November ein Weiterbildungskurs zur Alkoholprävention mit Swantje Kammerecker und Lukas Beerli, beide «wuweg»-Pioniere, angeboten. «Wir leben in einem Land, wo Alkohol billig ist und die Umsetzung des Jugendschutzes Lücken hat. So wird allein mit dem Alkoholkonsum Minderjähriger ein Umsatz von 220 Millionen Franken im Jahr gemacht – davon zwei Drittel unter der gesetzlichen Altersgrenze», zitiert Kammerecker die aktuellen Zahlen des BAG. Der Handlungs- und Weiterentwicklungsbedarf sei also gegeben.
Die Website www.wuweg.ch (seit 2009 beim Kanton aufgeschaltet) bietet Anregungen, um die Präventionsthemen zu vertiefen. Zum Beispiel mittels des neu für den Kanton Glarus angepassten Lehrerhandbuchs zum feelok-Schülerprogramm sowie Links zu weiteren Lehrmitteln und Inputs.
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