Erfrischender Workshop zum neuen ökumenischen Liederbuch «Rise up plus»

Rund 70 Interessierte darunter Katechetinnen, Kirchenmusiker, zahlreiche Jugendliche und Kirchenräte hatten sich dazu auf Einladung der Evangelisch-Reformierten Landeskirche im Saal des Gesellschaftshauses Ennenda eingefunden, um viel über das neue Liederbuch zu erfahren, aber vor allem, um es auszuprobieren.




Roberto Alfaré, Kirchenmusiker und Gospelchorleiter aus Neuhausen, hielt ein Einführungsreferat zur Entstehungsgeschichte des Liederbuches, das aus dem altbewährten Kumbaya und dem Liederbuch Hallelu entstanden ist. Als Mitglied des Redaktionsteams sei es ihm und seinen 6 Kolleginnen und Kollegen wichtig gewesen, ein Buch zu entwickeln, das seinen Platz in freieren Gottesdienstformen finden soll. Deswegen bündelt sich im «Rise up plus»-Liedgut aus musikalisch guter Popularmusik mit genügend theologischem Gehalt, das besonders auch junge Menschen ansprechen soll. Dabei darf es eine Ergänzung zu den gängigen Gesangbüchern in der Reformierten und Katholischen Kirche sein. Es zähle aber nicht immer nur der Verstand, sondern auch das Gefühl bei einem Lied. So finden sich auch Popsongs unter den Liedern, wie etwa «Beautiful» von Christina Aguilera. Mit all dem seien sie den breitgefächerten Wünschen von Seelsorgerinnen und Seelsorgern nach Kirchenmusik für alle Alter und Bedürfnisse auf einem fachlich hohen Niveau gefolgt. «Rise up plus» sei in kirchenmusikalischer Hinsicht eine Chance für die Gemeinde, so Roberto Alfaré.

Über ein Buch zu sprechen ist das eine, es klingen zu lassen ist etwas anderes. Deswegen übergab Roberto Alfaré den Dirigentenstab an seine Kollegen Andreas Hausammann, Beat Dähler und Oliver Wendel. Und nun hiess es singen. Mal im Stehen, mal im Sitzen, im Kanon oder spontan mehrstimmig. Das bunt gemischte Publikum liess sich mitreissen von der guten Stimmung, die die jeweiligen Chorleiter und die Band transportierten. Es zeigte sich, wie schön es ist zu singen und welche Emotionen dabei ausgelöst werden können. Ob Musik aus Afrika, ob eher klassische biblische Erzähllieder, oder Ohrwürmer wie «you raise me up», es war für jeden etwas dabei. Andreas Hausammann, der die Gesamtleitung innehatte, gab gerne zu, auch mal eher auf die Nachhaltigkeit der Melodie und des Gefühls bei einem Lied als auf den perfekten Inhalt zu achten. «Ich bin völlig kitschresistent. Und wenn einem das «Unser Vater» nachläuft, dann war doch alles richtig», so Hausammann nach einem solchen etwas schnulzigen Lied. Hätten die Stimmen gehalten, wäre das anschliessende Wunschkonzert wohl ins Unendliche gegangen, so aber beendete Pfarrer Peter Hofmann, kantonaler Kirchenrat und Initiator des Workshops, den Abend mit einem Segen und dankte den Referenten, den Singleitern und der Band für die hervorragende Stimmung, die sie erzeugt hatten. Mit stehenden Ovationen honorierte das Publikum, das einen denkwürdigen Abend erlebt hatte.