So einen Lehrer wünschen sich nur wenige. Darth Vader nimmt eine kleinen Knaben unter seine Fittiche, natürlich erst nachdem er den Jungen zur Waise gemacht hat. Zum fähigen Jedi-Krieger herangewachsen, schickt ihn Vader auf die Suche nach den letzten überlebenden Jedi-Meistern. Da Vader ohne das Wissen des Imperators arbeitet, dürfen sie als Schüler nicht entdeckt werden. Das heisst jedoch nicht, dass sie im Verborgenen agieren müssen, sondern viel mehr, dass sie keine Zeugen am Leben lassen; denn schliesslich stehen sie auf der dunklen Seite der Macht.
Macht für alle!
Das Bekämpfen der unterschiedlichen Gegner steht somit auch im Mittelpunkt von „The Force Unleashed“. Egal ob Rebellen, Planetenbewohner, Jedis oder Sturmtruppler sie bekommen ihre Macht zu spüren. Wie es sich für einen Jedi gehört, hat auch der Schüler ein schmuckes Laserschwert, welches er auch flink zu schwingen versteht. Daneben bedient er sich der „Dunklen Seite“: Er jagdt den Gegnern Stromstösse durch den Körper, drückt ihnen die Luft per Machtgriff ab oder schleudert sie per Machtstoss über Abgründe. Am meisten Spass macht es jedoch Objekte und Personen per Machtgriff zu greifen und in andere Gegner zu schleudern. Natürlich lassen sich die Fähigkeiten zum effektiven Beseitigen kombinieren.
Der Schüler lernt dazu
Mit jedem erledigten Gegner steigt die Erfahrung des Schülers. Ausserdem finden sie in den Levels immer wieder sogenannte Jedi-Holocrons –gelb leuchtende Würfel -, welche zusätzlich Erfahrungspunkte spendieren. Haben sie genug Punkte gesammelt steigt ihr Kieger, wie in einem Rollenspiel, eine Klasse auf und erhält Talentpunkte. Diese können sie sowohl auf die Statuswerte des Charakters oder auf die verschiedenen Machttalente anwenden. Der Schüler wird also im Laufe des Spiels mächtiger und lernt neue Aktionen dazu. Kratos aus God of War lässt grüssen. Aber nicht nur die Charakterentwicklung erinnert an den brachialen Spartaner, das ganze Spielgefühl und die „Quick-Time-Events“ erinnern an die Referenz. Bei den Boss- und Zwischengegnern können sie durch das rechtzeitige Drücken der richtigen Taste eine deftige Attacke vom Stapel lassen und den Kampf so deutlich abkürzen.
Der grösste Gegner – Die Kamera
Neben dem guten Spielgefühl sorgen auch die grafische Präsentation und die bekannt gute Musik und die überzeugenden Sound-Effekte für eine grosse Prise Spielspass. Es macht einfach Freude, die Gegner aufzumischen und mehr von der spannenden Handlung zu erfahren. Dennoch gibt es einige Mängel , die dem Spiel die höchsten Ehren verwehren. Die Menüs sind nicht ganz anwenderfreundlich und einige Ruckler trüben den Spielgenuss. Auch funktioniert die „Auto-Lock“-Funktion des Machtgriffs nicht immer einwandfrei und die Steuerung der „gegriffenen“ Objekte ist ziemlich fummelig. Auch die Steuerung in den seltenen Sprungpassagen ist nicht optimal. Dazu kommt dass man ab und zu nach harten Treffern tatenlos und für mehrere Sekunden über den Boden schlittert. Im Vergleich zur störrischen Kamera sind dies jedoch nur Kleinigkeiten. Die frei steuerbare Kamera sorgt für einige unfreiwillige Tode, weil die Kamera zu Nah dem Spielcharakter oder viel zu weit von ihm weg ist oder Feinde nicht im Blickfeld hat.
Ein Bisschen mehr Fein-Tuning hätte dem Titel deutlich gut getan. Dennoch ist „The Force Unleashed“ für Star-Wars-Fans natürlich ein „Muss“ und auch für Action-Fans alles andere als ein Fehlgriff. Ein Action-Hammer der mit ein bisschen mehr Liebe durchaus ein Klassiker hätte werden können.
Familienanlass «Abenteuer mit Vincent»



