Ergreifendes musikalisches Werk in Erinnerung an den Bergsturz von Elm

In Erinnerung an den Bergsturz von Elm am 11. September 2019 fand am vergangenen Sonntagvormittag in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche von Elm die Uraufführung der bedeutsamen Kantate des Komponisten Friedrich Schneeberger statt. Die anschliessende Einweihung des Kulturschopfes war ein weiterer Höhepunkt eines nachhaltig in Erinnerung bleibenden Festtages.




Ein Dichter und ein Musiklehrer, beide namens Friedrich, waren für die Entstehung der epochalen Kantate «Erinnerung an das Unglück von Elm» zuständig. Die Kantate ist ein ergreifendes musikalisches Werk von Komponist Friedrich Schneeberger und erinnerte an den Bergsturz von Elm am 11. September 1881. Zugleich ist die Kantate eine Hommage an die 114 Opfer dieser Tragödie.

Bachmanns Gedicht war Grundlage

Friedrich Bachmanns Gedicht «Das Unglück Elms» war die Grundlage für Friedrich Schneebergers Kantate, welche am vergangenen Sonntagvormittag in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche von Elm vom Frauenchor Niederurnen, unter der Leitung von Verena an den Matten, verstärkt durch den Frauenchor Elm unter der Leitung von Esther Rhyner uraufgeführt wurde. Das Gedicht von Bachmann mit seinen bewegenden Versen, rezitiert von Verena an den Matten, erinnert stolz-triumphierend und gleichzeitig schrecklich-traurig an die Ereignisse vom 11. September 1881. Kaspar Rhyner, alt Ständerat und Präsident der Stiftung Pro Elm, blieb es vorbehalten, die zahlreichen geladene Gäste in seiner gewohnt urigen Art in der altehrwürdigen Kirche herzlich willkommen zu heissen und gleichzeitig die Gäste freundlich darauf hinzuweisen, dass diese am Schluss der Veranstaltung ja nicht vergessen, ihre Handys wieder einzuschalten. Natürlich hatte der alt Ständerat die Lacher auf seiner Seite.

Überzeugender Auftritt der Frauenchöre

Ganze 137 Jahre sind vergangen, seit der Komponist Friedrich Schneeberger die Kantate «Erinnerung an das Unglück von Elm» geschrieben hatte. Kaspar Rhyner wurde dank einer ehemaligen Freundin nach vielen Jahren auf die Kantate Schneebergers aufmerksam. Kurz darauf stand Chäpps Entschluss fest: «Diese Kantate muss unbedingt in der Kirche Elm uraufgeführt werden.» Zugegeben, ein schwieriges Unterfangen, zumal dieses Werk Sängerinnen und Sänger vor höchste Ansprüche stellt. Wie so oft in seinem Leben hielt er sich auch in diesem Fall an die Devise «Wer wagt, gewinnt». Also machte sich der unverwüstliche, nimmermüde Chäpp auf die Suche nach einem geeigneten Chor und wurde im eigenen Dorf fündig. Der Frauenchor Elm mit Dirigentin Esther Rhyner sollte sich dieser anspruchsvollen Aufgabe annehmen. Um dieser aber auch gewachsen zu sein, wurde der Frauenchor Niederurnen als Verstärkung ins Boot geholt. Das dieser Entscheid richtig war, bewies der überzeugende Auftritt beider Chöre in der Kirche von Elm. Standing Ovations am Schluss der Kantate war verdienter Lohn für die beiden Frauenchöre aus Elm und Niederurnen.

Gesanglehrer, Komponist und Musikverleger

Der Elmer Peter Wettstein-Wille erläuterte die Geschichte und Entstehung der Elmer Kantate von Komponist Friedrich Schneeberger und wagte seinerseits sogar einen Versuch, Schneebergers bekanntestes Lied «Der letzte Postillon vom Gotthard» den Festbesuchern vorzutragen.  Schneeberger wurde am 25. Februars 1843 in Schoren bei Langenthal geboren und besuchte die dortigen Schulen. Nach einer Lehre in Langenthal besuchte er das Lehrerseminar in Münchenbuchsee. Nach erfolgreichem Abschluss begann Schneeberger als Lehrer in Wynigen, später als Gesanglehrer in Aarberg, während er sich selber noch im Gesang bei Gustav Weber weiterbildete. Von 1872 bis 1899 war er Gesanglehrer am Progymnasium in Biel, danach gründete er in dieser Stadt ein Musikgeschäft und einen Musikverlag. In seiner Zeit als Komponist entstanden rund 300 Chorwerke. Sein wohl bedeutendstes Werk wurde das im Jahre 1882 komponierte Lied «», eine Vertonung eines Gedichts von Arnold Lang. In der Schweizerischen Nationalbibliothek sind 32 Titelaufnahmen als Komponistennachlass erfasst. Friedrich Schneeberger verstarb am 21. Mai 1906.

Vom Schiefertafellager zum Kulturschopf

Wenn der im Jahre 2018 umgebaute Holzschopf sprechen könnte, wüsste er eine unglaublich lange Geschichte aus der Zeit des Schieferabbaus und der Produktion von Schiefererzeugnissen zu erzählen. Aber auch in späteren Jahren hatte der Holzschopf verschiedene Zweckbestimmungen. Der einst zur Schiefertafelfabrik gehörende Holzschopf diente anfangs hauptsächlich als Lager für Schiefertafeln. Die Gemeinde Elm übernahm im Jahre 1930 das Gebäude von der in Schieflage geratene Schieferbruch AG. Von 1941 bis 1963 diente der Schopf als Holzlager für die Schulhausheizung und später als Lager für das Material des Forstdienstes der Gemeinde. Im Jahr 2016 konnte die Stiftung Pro Elm das Gebäude käuflich erwerben und im Anschluss umgenutzt werden. Dank finanzieller Unterstützung der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden und dem Glarner Heimatschutz wurde das alte Holzlager in unmittelbarer Nähe des Schiefermuseums, erfolgreich umgebaut und kann heute als Gästeempfang, Probelokal oder für kleinere Anlässe genutzt werden. Am vergangenen Sonntag wurde das Lokal bei einem Apéro feierlich eingeweiht.