Erste ÖV-Elektrobusse im Kanton

Im Zuge der Ersatzbeschaffung von zwei Kleinbussen setzt die Autobetrieb Sernftal AG auf fossilfreie und elektrisch betriebene Fahrzeuge der Marke TREMONIA. Das sind nicht nur die ersten Elektrobusse für das Unternehmen, sondern auch die ersten im Kanton. Sie erlauben es der Autobetrieb Sernftal AG, auch künftig als eigenständiges ÖV-Unternehmen mit einem attraktiven Angebot aufwarten zu können.



Schon bald im Einsatz: einer der beiden Elektrobusse. (Bilder: Willi Baumgartner)
Schon bald im Einsatz: einer der beiden Elektrobusse. (Bilder: Willi Baumgartner)

«Eine Einweihung in diesem Rahmen hat es bei der Autobetrieb Sernftal noch nie gegeben», so Verwaltungsratspräsident Mathias Zopfi in seinen Begrüssungsworten. «Aber auf dem Weg zur sanften, stufenweisen und kostengünstigen Elektromobilität ist es ein spezieller Anlass, der gefeiert werden soll. Die AS hat die grosse Herausforderung angenommen und die Erfahrungen werden zeigen, wie es mit der Elektromobilität im ÖV weitergeht».

Zwischen einst und heute

Im Jahr 1905 wird die meterspurige Sernftalbahn zwischen Schwanden und Elm eröffnet. Das kleine Seitental im hintersten Kantonsteil wurde an die grosse, weite Welt angeschlossen. In den folgenden 64 Jahren ist die «Sernftalbahn AG» für die Mobilität entlang des Sernf zuständig.

Am 1. Juni 1969 wird der Betrieb auf Autobusverkehr umgestellt und die Sernftalbahn AG wird umgewandelt in die Autobetrieb Sernftal AG, kurz AS. Zunächst wurden auch noch Güter befördert, zwischenzeitlich war man auch im Reiseverkehr aktiv. Heute konzentriert sich der Betrieb auf die Buslinien Schwanden–Elm, Schwanden–Schwändi, Schwanden–Sool, Schwanden–Kies (-Mettmen) und Elm–Obererbs sowie Schwanden–Linthal.

Anerkennung der Verdienste

Wie bereits bei den letzten beiden Ersatzbeschaffungen werden auch diese beiden neuen Fahrzeuge jeweils einer Person gewidmet, die für die Autobetrieb Sernftal AG oder den gesamten Kanton prägend waren.

Einerseits gilt das für Sepp Luchsinger, welcher seit seinem 14. Altersjahr (April 1972) bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2022 während 50 Jahren in verschiedensten Funktionen und mit grossem Wissen bei der AS im Einsatz stand und das Sernftal wie kein anderer verkörperte. Bis 2024 amtete er noch als Maschinist bei der Luftseilbahn Kies-Mettmen, ehe er im 2025 unerwartet verstarb.

 

Eduard Blumer, geb. am 10. Februar 1848 im Thon, Gemeinde Schwanden, war ein Schweizer Politiker. Neben der Verfassungsrevision von 1887 war jedoch eindeutig die Einführung der obligatorischen kantonalen Alters- und Invalidenversicherung (AIV) von 1916 das grösste Vermächtnis Blumers. Der Kanton Glarus war damit Vorreiter für die eidgenössische AHV.

Er leitete 38 Landsgemeinden, prägte die Glarner Politik über Jahrzehnte und zeichnete auch für die Gründung der Glarner Kantonalbank (1883 umgesetzt) verantwortlich. Im Ständerat setzte er sich für das eidgenössische Fabrikgesetz ein, welches massgeblich durch die Fabrikgesetzgebung des Kantons Glarus geprägt wurde.

Botschafter des Kantons für eine bessere Zukunft

«Nichts Weltbewegendes, aber doch ein besonderer Tag für die AS und das Glarnerland – und ein absoluter Meilenstein – ist die Inbetriebnahme der beiden Elektrofahrzeuge», so Regierungsrat Thomas Tschudi. «4600 Personen verlassen täglich für ihre Arbeit den Kanton, 4100 hingegen reisen zu uns. Da ist ein gut ausgebauter ÖV unabdingbar und als langjähriger Pendler bin ich überzeugt, dass der ÖV mit solchen Projekten noch verbessert und umweltfreundlicher wird».

Als Linienbus ein kompaktes Universalgenie

Erst bei der Einweihung und Vorstellung der Fahrzeuge durch Patrick Borter, Geschäftsführer ad interim und Patrick Schnellmann, Geschäftsführer ab März 2026, wurde klar, was für ein Bijou die beiden neuen Fahrzeuge sind. Mit seinem niedrigen Einstieg, der grosszügigen Niederflurzone und dem eigenständigen Design setzt der TREMONIA Sprinter City 75e neue Massstäbe in dieser Fahrzeugklasse. Bei einer Länge von 8,5 Meter verfügt er über total 28 Plätze davon 12 Stehplätze und 1 Platz für Rollstuhl und bis zu sieben klappbare oder hochfeste Sitze im Niederflurbereich. Er bringt eine Leistung von 140 kW/h. Unter optimalen Bedingungen gibt der Hersteller eine Reichweite von 300 km an, wobei die Ladung mit einem Depotladegerät über Nacht erfolgt. Unter der Karosserie verbirgt sich einzigartige Technik, wie die exklusive, luftgefederte Hochlast-Hinterachse oder der sparsame EuroVI BlueTEC-Motor. Das Automatikgetriebe 9G-TRONIC sorgt für harmonische Gangwechsel, seine HOLD-Funktion entlastet den Fahrer insbesondere beim Anfahren an Steigungen. Bei den Einsätzen auf den Linien Schwanden–Schwändi, Schwanden–Sool oder auch nach Elm ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Bei einer kleinen Rundfahrt nach Elm und zurück konnten sich die Gäste nicht nur von der ruhigen Fahrweise der komfortablen Elektrobusse überzeugen, sondern auch von der Wintertauglichkeit.