Erweiterung der Kalkfabrik Netstal



Mehr als 45 Jahre habe ich an der Schule in Netstal gearbeitet und kenne darum «Land und Leute» gut.

Schon bei der ersten Erweiterung im Jahre 1994 spürte man, dass es der Firma Ernst ist mit dem Umweltschutz und einem nachhaltigen Abbau.

Auch bei der Befeuerung der Kalköfen zeigt sich, dass die Firmenbesitzer mit der Zeit gehen und bemüht sind, den CO₂-Ausstoss laufend zu reduzieren. So wurde im Jahr 2013 von Öl auf Erdgas umgestellt. Als grösste Gas- und Strombezügerin der Gemeinde nähern sich deren Abgaben nur für die Netznutzung einer dreiviertel Million Franken. Dazu kommen noch die Kosten für den Verbrauch. Hier profitiert die Gemeinde auch.

Wer Kalk hört, denkt sofort ans Bauen. Doch kann die Chalchi, Dank der europaweit höchsten Reinheit ihres Kalkes, Nischenprodukte herstellen, die sie in über dreissig Länder der Welt exportiert. Diese Reinheit brachte 2012 die ISO-Zertifizierung für Lebensmittel.

Durch den vielseitigen Einsatz ihres einzigartigen Produktes ist die Chalchi weltweit bekannt und trägt somit auch den Namen des Glarnerlandes in die Welt hinaus. Alle Produzenten, die diesen reinen Kalk für ihre Produkte brauchen, sind darauf angewiesen sind, dass sie ihn auch bekommen. Weil der jetzige Ofen sanierte werden muss, hat die Chalchi im Oktober einen zweiten Kalkofen in Betrieb genommen. Mit der Investition von mehreren Millionen Franken schlägt die Chalchi zwei Fliegen auf einen Streich: Es gibt keinen Produktionsstopp, und es muss kein Kalk aus den Kalkfabriken der umliegenden Länder eingeführt werden. Die Kalkfabriken ausserhalb der Schweiz werden grösstenteils mit Kohlenstaub befeuert. Zu diesen Emissionen kämen noch diejenigen des Transportes in die Schweiz dazu.

Den unterzeichnenden Personen, die den Anblick der Chalchi schlecht ertragen, gebe ich den Rat, dass sie, die ja wahrscheinlich immer mit dem Zug daran vorbeifahren, sich in ein Abteil auf der westlichen Seite des Zuges setzen oder einfach die Augen schliessen, damit ihnen der Anblick der Chalchi erspart bleibt.

Wir, die eine solche Einsprache nie unterzeichnet hätten, möchten, dass unsere Nachkommen weiterhin, wie wir auf dem einträglichen Ast sitzen können, den einige nun abschneiden oder kürzen möchten. Wir lieben die Chalchi nicht, aber wir mögen sie sehr.

Kurt Meyer, Netstal