Es ist ein Privileg, Schweizerin und Schweizer zu sein

Die Gemeinde Glarus feierte die diesjährige Bundesfeier dem Turnus folgend wieder einmal in Netstal am Fusse des Wiggis. Der vom Verkehrsverein Netstal organisierte Anlass stiess auf ein grosses Echo. Radiomacher und «Heimweh»-Sänger Markus Stadelmann hielt bei seiner Festansprache zum Geburtstag unserer Eidgenossenschaft der zahlreich anwesenden Zuhörerschaft einen glasklaren Spiegel vor und erinnerte wieder einmal daran, in was für einem wunderschönen Land wir leben dürfen, was keine Selbstverständlichkeit ist.



Von weither sichtbar prangt jedes Jahr an der Wiggiswand die wohl grösste Schweizer Fahne im Kanton Glarus. Sie weckt in uns Heimatgefühle und erinnert uns daran, dass wir alle unter diesem Symbol des weissen Kreuzes im roten Feld in einer Gemeinschaft bis zum heutigen Tage in Frieden und Eintracht leben duften. Die Schweizer Fahne erinnert uns aber auch daran, dass wir einmal im Jahr am 1. August den Geburtstag unserer Eidgenossenschaft in würdigem Rahmen feiern dürfen. Der Tradition folgend war wieder einmal Netstal als Ortsteil der Gemeinde Glarus an der Reihe, die 1.-August-Feier 2019 zu organisieren. Dafür zuständig war der örtliche Verkehrsverein Netstal unter der bewährten Regie der beiden Co-Präsidenten Martin Schnyder und Cordula Sauter. Um das leibliche Wohl der Gäste kümmerten sich die Leuzinger Küchen-Brothers mit einem Risotto und weiteren feinen Sachen aus Küche und Keller.

Gehaltvolle Festrede von Markus Stadelmann

Man darf den bekannten Glarner Radiomacher Markus Stadelmann durchaus als Tausendsassa bezeichnen. Stadelmann ist nämlich nicht nur ein hervorragender Radiomacher bei Radio Zürisee, Sänger beim von Radio und Fernsehen bekannten Männerchor «Heimweh, hervorragender Theaterspieler bei der Chliibüni Glärnisch, sondern seit Neuestem auch ein hervorragender Festredner an verschiedenen Anlässen. Eine Kostprobe seines rhetorischen Könnens erlebten die zahlreich anwesenden Teilnehmer an der Bundesfeier der Gemeinde Glarus auf dem Platz vor der Mehrzweckhalle in Netstal. In einer gehaltvollen, zum Nachdenken animierenden Festansprache hielt Stadelmann seiner Zuhörerschaft schonungslos den Spiegel unserer Gesellschaft vor und erinnerte bei seinen Ausführungen daran, in was für einem tollen Land im Vergleich zu anderen Ländern wir eigentlich leben dürfen, was keineswegs eine Selbstverständlichkeit sei. In seinen Schlussworten wünschte sich der mikrofongewohnte Redner, dass wir alle viel bewusster und zufriedener mit den Sachen umgehen sollten, die wir haben. Dass wir unser Glück nicht von Meinungen anderer abhängig machen sollte. Dass wir vielmehr auf uns selbst hören und auf diesem Weg herausspüren, was für uns gut ist. Er wünschte sich auch, dass wir uns als Glarnerinnen und Glarner, als Schweizerinnen und Schweizer oder ganz grundsätzlich als Menschen und Teil dieser Gesellschaft, egal von wo man ist, wieder etwas mehr zu Herzen nehmen, auf was es wirklich ankommt. Und dass wir so zu einer eingespielten Gesellschaft werden, wo es keine Allüren gibt, wo keiner besser sein will als der andere. Eine Gesellschaft, bei der man gegenseitig Rücksicht nimmt und wo man sich und seinem Umfeld Sorge trägt und wo man zufrieden ist, mit dem, wo man hat.