Stets versteht es der Musikalische Leiter, Niklaus Meyer, Ungewohntes aus dem gar reichhaltigen mit vielen Kostbarkeiten und Raritäten gefüllten Schatzkästchen hervorzuholen und die Werke samt geschichtlich Spannendem den rund 30 Sängerinnen und Sängern derart schmackhaft zu machen, dass der Entstehungsprozess mit spürbar leidenschaftlichem Einüben beginnt und genau am Moment der Aufführung zu einem überzeugenden Ganzen wird. Die unlängst durchgeführte Hauptversammlung bot Raum, um sich mit Vergangenem und Neuem zu befassen.
Vergangenes
Der Einfachheit halber und im Wissen, dass die Behandlung der traktandierten Geschäfte nie lange dauert, wurde die HV grad im Singsaal des Schulhauses Ennenda, dem gewohnten Proberaum, durchgeführt. Mit ihrem ausführlichen und klug gegliederten Jahresbericht zeigte Gudrun Illi auf, was alles angeboten war, wie viel Zeit und persönliches Engagement fürs Einüben, die Probewochenenden, Reisen an die Aufführungsorte oder das Auseinandersetzen mit der hebräischen Sprache verbunden waren. Seit dem Sommer des vergangenen Jahres standen Einüben und Aufführung des Werks Avodath Hakodesch von Ernest Bloch (1880 – 1959) und die Chichester Psalms von Leonard Bernstein (1918 – 1990) auf dem Programm. Beide Werke wurden in hebräischer Sprache in Konstanz, St. Gallen und Glarus aufgeführt. Die Vorarbeiten waren aufwendig. Gudrun Illi erwähnte Organisatorisches, Finanzielles und die sehr fordernden Werke. Eingeübt wurde vor den Aufführungen mit dem St. Galler Kammerchor, der ebenfalls von Niklaus Meyer dirigiert wird und mit dem Konstanzer Kammerchor mit Michael Auer als Musikalischem Leiter. Die Chorgemeinschaften kannten sich aus früheren Auftritten. Gudrun Illi erwähnte dieses nicht selbstverständliche Zusammenkommen mit spürbarer Freude. Michael Auer dirigierte die Chichester Psalms, Niklaus Meyer Avodath Hakodesh. Hervorragend, wahrlich brillant waren die Auftritte des Baritons Manuel Walser und David Rother, einem bewundernswert ausgestaltenden Aurelius Sängerknaben aus Calw. Das hervorragend eingestimmte Orchester bestand aus rund 60 Instrumentalisten der Südwestdeutsch Philharmonie Konstanz. Die vielen Konzertbesucher waren restlos begeistert. Das riesige Vorhaben stiess an allen drei Aufführungsorten auf immense Beachtung. Die Rezensionen in der Konstanzer und St. Galler Presse war bemerkenswert positiv. Es zeigte sich leider einmal mehr, dass Konzerte in unserem Kanton nicht den verdienten pressewürdigen Stellenwert geniessen. Einen Teil der grossen Werke konnte der Glarner Madrigalchor anlässlich seines Mitwirkens in einem Gottesdienst in der Stadtkirche Glarus im Dezember des vergangenen Jahres singen.
Gudrun Illi richtete ihren herzlichen, verdienten Dank an viele Sponsoren, die das grosse Vorhaben so nachhaltig unterstützt haben, an die weiteren Mitglieder des Vorstandes und Niklaus Meyer, der dem Chor seit nunmehr 45 Jahren so unglaublich viele, bleibend wertvolle Impulse gegeben hat.
Finanzielles, Zukünftiges
Thomas Zimmermann, Kassier, präsentierte Zahlen, die er gewohnt gewissenhaft zusammengetragen hatte. Der Chor durfte erfreulich grosse Beiträge von Gönnern und Passiven entgegennehmen. Finanziell steht alles zum Besten.
Niklaus Meyer äusserte sich nochmals zu den Werken von Bloch und Bernstein. Für ihn sei das bemerkenswert einmalig, nachhaltig und erfüllend gewesen. Dann sprach er über Neues.
Dazu gehören die einwöchige Konzertreise nach Hamburg mit voraussichtlich drei Auftritten. Das traditionelle Konzert zum 1. November ist in der Kirche Netstal angeboten. Auf März des kommenden Jahres werden «Die sieben letzten Worte» von Joseph Haydn einstudiert und an drei Orten im Vorarlbergischen, im Bernischen und in Glarus aufgeführt. Im September folgen Aufführungen des Mozart-Requiems in St. Gallen und der Klosterkirche Rheinau.
Für März oder Mai 2017 ist ein weltliches Programm vorgesehen. Wenige Monate später, nämlich am 1. November, tritt der Madrigalchor mit dem Glarner Kammerchor auf. Aufgeführt wird das Brahms-Requiem. Und im Mai 2018 wird der Madrigalchor zu seinem letzten Konzert und einem gediegenen festlichen Begegnen einladen. Niklaus Meyer hat diesen Entscheid nach reiflichem Überlegen getroffen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird sich der Chor mit diesem Datum auflösen.
Der autofreie Velo-Tag auf einem der schönsten Alpenpässe der Schweiz






