«Es wird gebaut, was das Zeug hält»

An der Hauptversammlung des Hauseigentümerverbandes Glarus blickte Präsident Hans Schnyder auf die rege Bautätigkeit im Kanton und Referent Martin Zopfi auf Auswirkungen der Energiestrategie 2050 auf Hausbesitzer.




Der Präsident des Hauseigentümerverbandes Glarus blickte in seinem Jahresbericht auf einen immer noch lebhaften Immobilienmarkt im Kanton Glarus. Gerade in Glarus Nord scheine es fast so, als werde gebaut, was das Zeug hält. «Ich frage mich aber auch, ob der Markt alle neuen Wohnungen überhaupt aufnehmen kann.» Er befürchte, so auch vor den rund 180 Gästen im Restaurant Adler in Schwanden, dass dadurch der Druck auf die Mieten stark steigen werde und Leerstände drohen. Auf der anderen Seite sei aber auch der Wunsch nach einem eigenen Häuschen ungebremst gross.

Nach 22 Jahren im Vorstand gab auf diese Versammlung Georges Staubli seinen Rücktritt bekannt. Zu seiner Nachfolgerin wurde Geschäftsstellenleiterin Andrea Gisler vorgeschlagen. «Die Statuten lassen es zu, es wurde früher oft so praktiziert und vor allem ist auch die Kandidatin dafür», begründete Schnyder diese Wahl. Es gebe keinen plausiblen Grund dagegen. Dies sahen die Mitglieder nicht anders und wählten sie einstimmig in den Vorstand. Ebenfalls wurde der Aufschlag des Mitgliederbeitrags genehmigt, welcher nach der Erhöhung des Anteils des Schweizerischen Hauseigentümerverbandes notwendig wurde.

Zu Beginn der Versammlung blickte Martin Zopfi, Geschäftsführer Technische Betriebe Glarus, auf die Energiestrategie 2050, die vor knapp einem Jahr vom Stimmvolk angenommen wurde. «Der Kanton Glarus war da zwar schweizweit am deutlichsten dagegen, jetzt kommen aber trotzdem wichtige Änderungen und Neuerungen auf uns zu.» Stromproduktion und Verteilung werden sich in den nächsten Jahren grundlegend verändern. So werde gefördert, dass Einzelne aber vor allem auch Gemeinschaften zum Beispiel mit Photovoltaikanlagen selber Strom produzieren, diesen auch persönlich nutzen oder gegebenenfalls ins Netz einspeisen können. «Wenn sie aber keinen Strom produzieren, müssen sie deshalb auch aus dem Netz Strom beziehen können», erklärte Zopfi weiter. Auch das Thema der Energiespeicherung werde in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. «Im Grossen zum Beispiel am Pumpspeicherwerk in Linthal, im Kleinen mit Speicheranlagen im Eigenheim.» Hier sei man aktuell noch auf der Schwelle, dass dies finanziell sinnvoll in eine bestehende Immobilie eingebaut werden kann. «Da wird aber sicher noch einiges gehen.» Die Möglichkeiten für Hauseigentümer stellen auch die technischen Betriebe vor Herausforderungen, meinte Zopfi weiter. «Wir sind nicht mehr nur klassische Energielieferer, sondern immer mehr Verwalter und Berater.»