Aktuell sei es sehr schwierig ein Referat zur geopolitischen Lage zu halten, meinte Journalist und Militärexperte Georg Häsler zu Beginn seiner «geopolitischen Lagebeurteilung und die Auswirkungen auf die Schweiz.» Mindestens jeden Morgen müsse er schauen, ob seine Aussagen und Einschätzungen noch aktuell sind. «Dieses Gefühl dürften aber wohl auch einige US-Generäle haben.» Damit spielte er auf den neusten Konfliktherd im Nahen Osten mit dem Iran-Krieg an. Aber natürlich auch auf das sprunghafte Verhalten von US-Präsident Donald Trump. Der Krieg konzentriert viel Kräfte nun in diese Region und diese seien auch durch den Abstecher in Venezuela stark belastet. Zudem haben sich die USA schon vor über zehn Jahren auf China als grösster Konkurrent konzentriert. «Hier rechnet man in den nächsten Jahren, dass das Militär für Aktionen bereit ist.» Die auch hier verstärkte Präsenz sorgt dafür, dass Europa an den Rand der Interessensgebiete vor allem von Amerika geschoben wurde. Nato und vor allem die EU muss die Verteidigung selbständig in die Hand nehmen. «Und die Länder müssen zusammen und im Verbund agieren.» Einige gegenläufige Tendenzen seien schon spürbar. «Gewinner der neuen Situation ist sicher Putin. Aber auch neue Gelüste nach alten Territorien oder Eigenständigkeit sind auch in anderen Regionen möglich. «Die Situation wird unsicherer und weitere Konflikte oder Eskalationen sind nicht mehr unrealistisch.» In dieser Grosswetterlage müsse die Schweiz, nach Häsler, die Investitionen in die eigene Verteidigung rasch vorantreiben. «Unsere Freiheit ist wichtig. Es stellt sich die Frage, wie viel ist sie uns wert?» Es müsse auch diskutiert werden, wie diese Sicherheit ermöglicht werden kann. «Müssen wir da Kooperationen und Bündnisse eingehen, und ist dann die Neutralität noch möglich oder sinnvoll?»
Auch hier habe gerade der Iran-Krieg gezeigt, dass sich Konflikte nicht an Landesgrenzen halten müssen. «Der Iran greift wichtige Infrastrukturen in den Nachbarländern an, obwohl hier kein Kriegszustand herrscht.» Die Schweiz ist in vielen Bereichen mit Europa stark vernetzt und wichtige Knotenpunkte stehen in unserem Land. Bestes Beispiel sei die Energieversorgung, bei der zwei wichtige Achsen durch die Schweiz gehen. «Will man der EU oder nur Frankreich und Deutschland weh tun, sind das sehr attraktive Ziele.»
Egal ob Europa oder die Schweiz, lautete das Fazit Häsler am von der Glarner Offiziersgesellschaft organisierten Vortrag im «Glarnerhof», es muss gehandelt, und es muss rasch gehandelt werden!








