Existenzängste um die Zukunft der Landwirtschaft in der Schweiz

Sorgen über die Zukunft der Landwirtschaft und um ihre eigene Existenz machen sich zurzeit auch die Mitglieder der Glarner Bäuerinnen und Landfrauen-Vereinigung, die ihre 81. Jahrestagung im Brauereigasthof Adler in Schwanden Tagung durchführte. Nebst der Behandlung der statutarisch festgelegten Traktandenliste wählten die Tagungsteilnehmerinnen Elisabeth Weber von den Ennetbergen neu in den Vorstand der Glarner Bäuerinnen und Landfrauen- Vereinigung.



Wie schon im letzten Jahr bot die Glarus Süd-Metropole Schwanden Gastrecht für die Glarner Bäuerinnen und Landfrauen-Vereinigung GBLV. Und wie immer wurden die Teilnehmer mit einer wunderschönen Bühnen- und Tischdekorationen nach dem Motto: «Der Frühling lässt grüssen» im Saal des Brauereigasthofs Adler empfangen. Für diesen sympathischen Frühlingsgruss hatten die Chliitaler Landfrauen gesorgt. Im Beisein von Regierungsrätin Marianne Lienhard und Ständerat Matthias Zopfi sowie weiteren Prominenten eröffnete Gabi Krieg, Präsidentin der Glarner Bäuerinnen und Landfrauen-Vereinigung die traditionelle Frühjahrstagung 2020. In ihrer unnachahmlichen Art, locker vom Hocker und äusserst speditiv führte sie durch die elf Punkte umfassende Traktandenliste. Das Protokoll der Tagung 2019, verfasst von der Aktuarin Elisabeth Krieg sowie die sauber geführten Jahresrechnungen der Vereinigung und des Hilfsfonds von Kassiererin Nadja Disch, fanden die uneingeschränkte Zustimmung der Anwesenden. Unter dem Traktandum «Wahlen» wählten die Tagungsteilnehmerinnen anstelle der demissionierenden, langjährigen und verdienten Kassiererin Nadja Disch mit einem Landammenmehr Elisabeth Weber von den Ennetbergen. Kassiererin Disch erhielt für ihre verdienstvolle und langjährige Arbeit für die GBLV die verdiente Ehrung. Herzliche Gratulation auch an Miriam Elmer-Gietzendanner, die nach erfolgreichem Abschluss ihren Fachausweis als Bäuerin erhielt.

Der Corona-Virus hält uns in Atem!

Der zurzeit grassierende Corona-Virus hält die Welt in Atem! Dieses nicht sichtbare Ungeheuer wird auch das Jahresprogramm 2020 der GBLV prägen. Einige der vorgesehenen Anlässe und Veranstaltungen sind in der Schwebe, unter anderem auch die am 28./29. März in der lintharena sgu vorgesehen GLARONA, der Frühlingsausflug am 15. April und die Ende April stattfindende DV in Einsiedeln. Hingegen hofft man beim GBLV, dass zumindest die Herbstwanderung am 16. September, die Kantonale Viehschau am 10. Oktober, die OLMA am 15. Oktober und vor allem die Glarner Messe vom 28. Oktober bis 1. November durchgeführt werden können.

Existenzängste auch bei den Bäuerinnen

In ihrem Jahresbericht kam GBLV-Präsidentin Gabi Krieg unter anderem auch auf die anstehenden, für die Landwirtschaft in der Schweiz gewichtigen Eidgenössischen Vorlagen zu sprechen. Diese katastrophalen Vorlagen schweben wie Damoklesschwerte über den Köpfen aller Schweizer Bauern und Bäuerinnen. Wohl im November 2020 oder Frühjahr 2021 gelangen die von den Linken unterstützte Trinkwasser-Initiative und die Pestizid-Initiative zur Abstimmung. Eine Abstimmung, bei der bei einer Annahme schwerwiegende Folgen für die Schweizer Landwirtschaft vorprogrammiert sind. Erstere verlangt, dass nur noch Betriebe Direktzahlungen erhalten, die keine Antibiotika präventiv einsetzen, keine Pestizide einsetzen und das Futter für ihre Tiere selber produzieren. Letztere verlangt ein generelles Verbot von synthetischen Pestiziden, nicht nur in der Landwirtschaft. Gemeinsam mit ihren Männern werden die Glarner Bäuerinnen und Landfrauen alles unternehmen, diese Vorlagen mit zwei kräftigen NEIN bachab zu schicken. Deshalb ist der Weg zur Urne für alle Bäuerinnen und Bauern absolut essenziell. Bei der dritten Vorlage handelt es sich um die Revision des Jagdgesetzes, über die im Mai dieses Jahres abgestimmt wird. Die Umweltverbände wehren sich gegen die Lockerung des Schutzes für Wolf und Luchs und haben das Referendum ergriffen. Hier braucht es ein klares JA des Stimmvolkes. Damit würde ein massvoller Umgang mit schadenstiftenden Wildtieren möglich sein. Bei der Agrarpolitik 22plus konnten die Glarner Bauern wie schon einmal erwähnt ihre Meinungen und Vorschläge einbringen.

Keine Angst vor der «Grünen Welle»!

Grussadressen entboten Regierungsrätin und Departements Vorsteherin Marianne Lienhard, die ihre tiefe Verbundenheit zu den Glarner Bäuerinnen und Landfrauen bekundete .Sie unterstrich den gepflegten, konstruktiven Austausch zwischen Landwirtschaft und dem Amt für Landwirtschaft. Ständerat This Zopfi überbrachte die Grüsse in der Funktion als Gemeinderat von Glarus Süd. Die aktuellen Diskussionen in Bezug auf die bevorstehenden Eidgenössischen Abstimmungen sei ein Teil der Lösung und nicht das Problem, erklärte Ständerat Zopfi. Gemeinsam werde man Lösungen finden und die momentan «Grüne Welle» sei für und nicht gegen die Landwirtschaft. Mit der Übernahme der Kosten für einen Kaffee samt «Güxli» hatte der charmante Politiker sämtliche Bäuerinnen und Landfrauen im Saal natürlich mit wenigen Worten im Sack! Die demissionierende SBLV-Vizepräsidentin Liselotte Peter informierte über die Aktivitäten und Projekte im Verband. Ein kleines Unterhaltungsprogramm im Anschluss beendete eine in jeder Beziehung gelungene Glarner Bäuerinnen und Landfrauen-Tagung.